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Shonda Moralis ist Mutter von zwei Kindern, Psychotherapeutin und spezialisiert auf stressbedingte Störungen und Achtsamkeitstherapie. Mit ihrem Buch «Breathe, Mama, Breathe» das nun auf Deutsch im MENTOR Verlag erschienen ist, finden Mamas in ihrem Alltag ganz einfach wieder zu mehr Ruhe, Präsenz und Verbundenheit. Denn inmitten der tagtäglichen Herausforderungen einer Mama, scheint es oft unmöglich, Momente der Ruhe zu geniessen. Im Buch findest du über 60 Übungen, die gestressten Mamas dabei helfen, in ganz normalen Alltagssituationen achtsam zu sein: beim Autofahren, Stillen, Kaffeetrinken oder nach einem emotionalen Zusammenbruch (dem deiner Kinder oder deinem eigenen).

Jacqueline (Instagram: @mamistageblog) hat mit Shonda Moralis (Instagram: @shonda.moralis) über mehr Achtsamkeit für Mamas gesprochen. 

Jacqueline @mamistageblog: Was versteht man unter «Achtsamkeit»?

Shonda: Achtsamkeit bedeutet, mit einer Haltung der Freundlichkeit und Neugier auf das zu achten, was im gegenwärtigen Moment passiert. Und das ist der Teil, der übersehen werden kann. Denn es geht nicht nur darum darauf zu achten oder uns bewusste zu sein, was in diesem Moment gerade passiert, sondern so gut wir können eine unvoreingenommene Einstellung oder Haltung einzunehmen.

Achtsamkeit ist im Grunde das Gegenteil von Autopilot. So wie wir uns in ein Auto setzen, an unserem gewohnten Ziel ankommen und uns an keine Landschaft mehr erinnern, weil wir diesen Weg schon so oft gefahren sind. In unserem Gedächtnis sind wir daher im gegenwärtigen Moment nicht wirklich gedanklich anwesend und präsent: anstatt über die Vergangenheit (nah oder fern) zu grübeln oder sich die Zukunft (sorgenvoll oder To-Do Listen) vorzustellen, ermutigt uns die Achtsamkeit, in unserem momentanen Leben präsent zu sein. Sie hilft uns, mit Schwierigkeiten umzugehen und gleichzeitig das Gute besser geniessen zu können.

 

Jacqueline: Wie wichtig ist «Achtsamkeit» für die Herausforderungen des Mama-Daseins?

Shonda: Achtsamkeit ist wichtig für alle Mamas, denn wir müssen immer als erstes die Sauerstoffmaske anlegen. Gerade die letzten Wochen mit der plötzlichen Unterbrechung des bisherigen Lebens und Gewohnheiten durch die Quarantäne und die Ausgangsbeschränkungen brachten viele Herausforderungen mit sich. Insbesondere das ständige Hin und Her zwischen Verantwortung und den Fokus auf das Wesentliche zu lenken, machten diese Zeit nicht einfach. Darum hilft uns gerade Achtsamkeit sehr, uns in den gegenwärtigen Augenblick zu versetzen, unsere Sauerstoffmaske als erstes aufzusetzen so, dass wir unser «best self» für uns, für unsere Kinder und unsere Familie sein können. Und auf diese Weise können wir unsere Tage so verbringen, wie wir sie uns vorgestellt und beabsichtigt haben.

 

Jacqueline: Wie lässt sich «Achtsamkeit» als neue Gewohnheit ganz einfach in den Alltag integrieren?

Shonda: Sich neue Gewohnheiten anzueignen braucht zu Beginn etwas Zeit. Bis es zu einer Gewohnheit wird, muss es zuerst regelmäßig in den Alltag eingeplant werden und zur Routine werden. Ein guter Ansatz hierfür ist, dass man eine neue Gewohnheit vor oder nach einer bereits routinierten Gewohnheit ausführt. D.h. ich stehe immer am Morgen auf und gehe mir die Zähne putzen, und danach nehme ich ein Glas Wasser und setze mit für mich 5-Minuten Meditieren hin. Oder auch am Ende des Abends, wenn ich meine Arbeit beende und meinen Laptop ausschalte, mache ich zuerst meine 5 Minuten Achtsamkeitsübung bevor ich zu meiner Familie gehe. Die Übungen zwischen bereits zwei etablierte Gewohnheiten zu integrieren, kann uns auch dabei helfen uns daran zu erinnern sie auch zu machen.

Ein weiterer Weg sich die Übungen zur Gewohnheit werden zu lassen, ist sich vor Augen zu führen, warum ich das überhaupt mache. Weil es mir gut tut, weil es wichtig ist nicht nur physisch sondern auch mental gesund zu sein und zu bleiben und das ich ausgeglichener gegenüber meinen Kindern bin. Ich sollte mir klar sein, warum ich mir diese 5 Minuten am Tag für mich nehme. Und wenn mich einmal die Motivation verlässt die Übung zu machen, sollte ich wieder zurück zum «Warum» kehren. Warum möchte ich diese Gewohnheit in meinem Leben etablieren? Denn bereits nach einer Woche spürst du erste Veränderungen: du bist ruhiger, hast mehr Energie und bis ausgeglichener und hast viel mehr Geduld gegenüber den Kindern und dir selbst.

Also ich kann allen Mamas nur sehr empfehlen die 5 Minuten Achtsamkeitsübungen für zwei Wochen täglich zu praktizierst. Ich kann garantieren - du wirst es liebe und wirst es schnell vermissen, wenn du nur einen Tag darauf verzichtest!

 

Jacqueline: Was können Mamas in deinem Buch «Achtsamkeit für Mamas» erwarten? Welche Übung magst du am liebsten?

Shonda: Die Achtsamkeitsübungen sind Möglichkeiten unseren gestressten Alltag und Autopiloten zu unterbrechen und uns auf den gegenwärtigen Moment, dem Hier und Jetzt, zu besinnen und konzentrieren. Im meinem Buch «Achtsamkeit für Mamas» stelle ich mehr als 60 Übungen vor. Die bekanntesten sind zum Beispiel die «Kaffee-Achtsamkeitsübung»: hier geniesse ich die Tasse Kaffee, spüre die warme Tasse in meiner Hand, geniesse jeden einzelnen Schluck für sich. Anstatt wie gewohnt den Kaffee beim Multitasking in 30 Sekunden auszutrinken, nehme ich mir hier bewusst 5 Minuten Zeit und geniesse es. Eine schöne Möglichkeit in den Tag zu starten.

Eine weitere beliebte Übung ist die «Drei-Atemzugs-Umarmung», die ganz einfach umzusetzen ist. Wir nehmen unseren Partner oder auch unser Kind, umarmen uns und atmen gemeinsam drei Mal tief ein und aus. Es ist ganz schön sich gemeinsam so entspannen zu können, oder hilft auch dem Kind, wenn es aufgebracht ist, auf diese Art und Weise beruhigt zu werden. Ich habe dies immer mit meiner Tochter gemacht seit sie fünf Jahre alt ist (mittlerweile ist sie 18 Jahre alt), und als ich einen Zusammenbruch hatte und mich in der Toilette versteckte, schob sie einen Zettel durch die Tür mit «Treffen in meinem Zimmer für eine Drei-Atemzugs-Umarmung». Das war so schön für mich, wenn es auch von den Kindern kommt!

Und eine weitere ganz einfache Übung ist: eine bewusste kleine Pause machen! Mach zwei ganz tiefe Atemzüge – durch die Nase ein – durch den Mund aus. Dann verbinde dich mit deinem Körper: sind die Schulter angespannt, dann lass sie fallen. Ist dein Kiefer oder deine Stirn angespannt, dann versuch sie zu entspannen. Atme dazu tief und ruhig weiter. Wenn wir uns dieser Haltung mehrmals am Tag bewusstwerden, holen wir uns selbst für ein paar Minuten aus dem Autopiloten und beruhigen so automatisch unser Nervensystem.

 

Jacqueline: Was war deine persönlich größte Herausforderung als du Mama geworden bist?

Shonda: Meine größte Herausforderung als ich zum ersten Mal (vor 18 Jahren) Mama wurde, war mein Perfektionismus. Ich wollte unbedingt Mama werden und ich wollte daher alles genau richtig machen. Mit der Zeit aber realisierte ich, dass «gut genug» durchaus «gut genug» und super ist. Und dass man als Eltern gewisse Dinge die man nicht beeinflussen und nur Stress verursachen, einfach etwas gelassener angehen kann. Und gerade in der Zeit von Covid mit den Herausforderungen Daheim ist «gut genug» wirklich perfekt! Unsere Kinder fühlen sich geliebt und geborgen. Und gerade als Mama muss man sich bewusst werden, dass wir unsere Sauerstoffmaske als erstes anziehen müssen – in Form einer Achtsamkeitsübung – damit wir uns wirklich so um unsere Familie kümmern können, wie wir uns das vorstellen.

Forschungen haben sogar gezeigt, dass Eltern die ein Jahr lang meditierten, die Kinder in dieser Zeit ihre Sozialen- und Verhaltenskompetenzen verbessert haben, ohne dass die Kinder selbst meditiert haben. Wir wissen, dass unsere Kinder emotionale Schwämme sind und unsere Stimmung regelrecht aufsaugen von gutgelaunt bis gestresst. Und so machen wir damit nicht nur uns, sondern auch unseren Kindern einen Gefallen, wenn wir ausgeglichener sind. Denn «gut genug» ist super!

 

Danke Shonda, für das tolle Interview und das tolle Buch für mehr Achtsamkeit in unserem Mama-Leben!

 

Links:

Verlag

https://www.mentor-verlag.de/produkt/achtsamkeit-fuer-mamas/

https://www.facebook.com/MentorVerlag/

https://www.instagram.com/mentorverlag/

 

Shonda Moralis

https://www.shondamoralis.net/

https://www.facebook.com/shonda.moralis.7/

https://www.instagram.com/shonda.moralis

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