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Viele Eltern wünschen sich zur Zeit, dass die Kinder sich aus Eigeninitiative selbstständig beschäftigen. Manche Kinder sind das nicht gewohnt, weil deren Tage - normalerweise - oft ziemlich durchgetaktet sind und sie viele Vorgaben zu erfüllen haben.

Wenn wir von Eigeninitiative sprechen möchte ich zwischen zwei Arten unterscheiden: einerseits darum, von sich aus Vorgaben zu erfüllen (wie etwa Schulaufgaben erledigen oder aufräumen) oder - und um diese Art geht es hier - um die Fähigkeit von sich aus Ideen zu haben und diese umzusetzen. Sich Beschäftigungen zu finden, Spiele und Projekte jeglicher Art zu entwickeln und auch aus Phasen der Langeweile selbst wieder herauszufinden. Hier ein paar Tipps, wie du deine Kinder dabei begleiten und unterstützen kannst.

Empathie!

Für die meisten unserer Kinder ist es neu, so viel Zeit zu haben. Es hilft, wenn wir uns in sie hineinversetzen und deren Frustration, Langeweile und Wut annehmen. Und wenn wir viel Verständnis dafür haben, dass Eigeninitiative sich nicht unbedingt von heute auf morgen entwickeln kann - die Fähigkeit selbst neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen will gelernt sein! Es mag Kinder geben, die übersprudeln vor Ideen. Andere jedoch brauchen etwas mehr Begleitung dabei Dinge auszuprobieren, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen.

Ideen willkommen heißen!
 
Ideen von Kindern können aus der Erwachsenenperspektive ganz schön wahnwitzig erscheinen: Kerzen mit allen möglichen Instrumenten und Werkzeugen zerhacken. Seife in einer Schüssel aufschäumen und den Schaum und die Seife bearbeiten. Wenn die Kinder Ideen haben und merken: Mama und Papa ermöglichen mir, diese auch umzusetzen, lädt das zu einer Sache ein: immer wieder neue Ideen zu finden! Es geht nur darum, wie unser Erwachsenenblick darauf ist: Wollen wir kurzfristig eine top aufgeräumte Wohnung haben ohne extra Putzaufwand und dergleichen, oder wollen wir langfristig Ideenreichtum und Eigeninitiative fördern?

Was wir als Eltern dafür tun können: Vertrauen, dass unsere Kinder Ideen entwickeln können und sie das spüren lassen. Aufmerksam zuhören, wenn sie Einfälle haben und sie damit ernst nehmen. Abschätzen, ob dabei etwas wirklich kaputt gehen oder sich jemand verletzen könnte (oder ob es einfach nur ein bisschen messy wird). Dementsprechende Hilfestellungen oder Vorkehrungen treffen. Uns zurück lehnen und tief durchatmen, sollte es zwischendurch doch etwas spritziger, bröseliger, verwüsteter werden. Akzeptieren, dass manche Dinge in unseren Augen vielleicht etwas zweckentfremdet werden. Im Endeffekt bei Bedarf beim Ordnungmachen helfen.

Jeder hat andere Grenzen, aber es schadet sicher nicht noch einmal in sich hineinzuhorchen, ob da Glaubenssätze hochkommen, die wir jetzt überdenken könnten. Ob die Kerzen wirklich nur zum Anzünden sind oder auch Arbeitsmaterial sein könnten. Ob die Sofapölster reine Deko sind oder daraus ein Parkour durch die ganze Wohnung gebaut weren kann.

Bald werden wir vielleicht merken, dass die Phasen, in denen sich die Kinder selbst beschäftigen, immer länger werden. Und auch im Aufräumen und Saubermachen werden sie immer besser werden. Denn sie werden merken: Ja, ich darf vieles ausprobieren und Ordnungmachen danach gehört einfach zur Vereinbarung dazu!

Eine einladende Umgebung schaffen!

Die Spielsachen so organisieren, dass sie gut zu sehen sind. Nicht überladen. Lieber etwas weniger Sachen in Sichtweite, die restlichen im Kasten oder einer Kiste verstauen und immer wieder rotieren. Ein paar Handgriffe hin und wieder, ein paar Sachen austauschen, und es rücken Dinge in den Vordergrund, die vielleicht in Vergessenheit geraten sind.

Den Kindern Zugriff zu spannenden Materialien ermöglichen. Wir können Bastelsachen, Büromaterial und diverse andere Materialien so platzieren, dass sie im Blickfeld der Kinder sind und sie auch wissen lassen, dass sie dies jederzeit verwenden dürfen. Dann der kindlichen Kreativität freien Lauf lassen.

Bücher gut sichtbar positionieren. Besonders hilfreich ist es, wenn die Bücher nebeneinander stehen und das Cover zu sehen ist. Wenig Platz? Kein Problem - schon 2-3 Bücher, die regelmäßig ausgewechselt werden, sind einladend. Entweder an die Wand gelehnt oder in einer Kiste der passenden Größe, damit die Kinder sie sozusagen durchblättern können. Das vorderste Buch immer wieder austauschen. Die Kiste kann mit unterschiedlichsten Büchern gefüllt sein - zB Bildbände, Reiseführer, sonstige Sachbücher anstatt nur Kinderbücher - und an einem Ort stehen, wo die Kinder normalerweise keine Bücher erwarten würden.



Langeweile akzeptieren

Ja! Wir Eltern können da vor allem eines tun: Die Langeweile unserer Kinder aushalten! Auch, wenn es sich richtig lange für uns anfühlt. Denn dann haben sie die Chance von sich heraus Neues zu entdecken. Die Langeweile ist oft die (nötige) Ruhe vor dem Sturm - dem Phantasiesturm! Und wenn wir unseren Kindern ermöglichen, selbst an den Punkt zu kommen, aus der Langeweile heraus in eine neue Beschäftigung zu finden, erleben sie sich als selbstwirksam. Ja, ich kann das!

Klar, bei gelangweilte Kindern neigen wir Erwachsenen dazu an die Grenzen unserer Nerven zu kommen. Dann kannst du dir innerlich vorsagen: „Ich vertraue meinem Kind, dass es da selbst herausfindet. Ich verstehe seine Langeweile, er oder sie darf ruhig frustriert sein." Das Ganze natürlich mit Feingefühl und immer abschätzen - ist es jetzt einfach Langeweile oder braucht mein Kind etwas anderes, steckt da ein anderes Bedürfnis dahinter, das Beachtung möchte?

 Eigeninitiative vorleben!

Eltern, die sich Beschäftigungen suchen, zeigen eines vor: Wie man sich selbst Beschäftigungen sucht. Auch hier passt der bekannte Spruch: Wir brauchen unsere Kinder nicht zu erziehen, sie machen uns so und so alles nach! Den Kindern auch von unseren Gedankengängen berichten: „Jetzt weiß ich mir gerade nichts anzufangen. Ich stehe gerade an. Was könnte ich machen? Vielleicht das Wintergewand verstauen. Oder einer Freundin einen Brief schreiben. Oder Kickboxen ausprobieren, dazu suche ich mir gleich ein Video auf Youtube". Dann sehen sie: Aha, zuerst weiß ich nicht weiter, dann überlege ich welche Möglichkeiten es gibt und im Endeffekt fällt eine Entscheidung oder die zündende Idee kommt.

 
Ja, es gibt viele Verpflichtungen zuhause, die erledigt gehören. Doch wenn wir den Kindern bewusst vorleben, wie es geht sich neue Dinge einfallen zu lassen, und seien es nur 10 Minuten hin und wieder, motiviert das - uns selbst immer wieder Neues zu tun und aktiv zu sein, weil es sich einfach gut anfühlt, und die Kinder zum Nachahmen! Vormachen und die Kinder unser Vertrauen spüren lassen, dass sie das auch schaffen können, ist die Devise!

 

Danke für den Beitrag an Serena!

Serena ist Mutter von zwei Kindern, die 4 und 6 Jahre alt sind. Sie lebt mit ihrer Familie kindergartenfrei und verbringt ihre Zeit mit allen möglichen spannenden Dingen. Auf meinem Blog  www.languagepot.com geht es um das multikulturelle und mehrsprachige Wien. Genauer gesagt um multikulturelle Familien und mehrsprachiges Aufwachsen. Schaut vorbei!

 

Weitere Gastbeiträge von Serena:

Zeit zu Hause und wie wir sie besonders machen

Familienleben ohne Kindergarten

Unterwegs mit dem Lastenrad

Jeden Dienstag. Kostenlos. Jederzeit abbestellbar.

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