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Maria Montessori sagte einst: "Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren." Aber wie können wir die Umgebung so gestalten, dass unsere Babys einfach sein dürfen? Wir lieben das Montessori-Konzept und haben geschaut, welche Spielideen und Tipps wir euch für den Alltag mitgeben können.

Gleich vorweg: Jede Familie ist anders und macht es anders. Montessori ist ein Puzzle-Teilchen von vielen, die dein Kind begleiten können. Es ist kein Muss und kein Druck. Montessori macht keine perfekten Kinder und keine perfekten Eltern. Wenn für dich einzelne Dinge passen, dann pick dir heraus, was sich gut und stimmig anfühlt. Auf jeden Fall soll es kein Wettstreit sein, wer Montessori zu Hause besser umsetzt. Also los!

Was ist Montessori?

Du hast bestimmt schon mal von Montessori gehört - die Montessori-Pädagogik geht auf Maria Montessori zurück und ist ein pädagogisches Bildungskonzept vom Kleinkind bis zu jungen Erwachsenen. Es ist schon eine Philosophie, die das Kind und seine Individualität in den Mittelpunkt stellt. Montessori glaubte an den Eigenwert des Kindes und zielt stark darauf ab, dass Kinder frei lernen sollen, ohne Wertung. Sowohl Belohnungen, als auch Bestrafungen sind nach ihrer Sicht schädlich für die innere Haltung - warum? Weil Kinder ohnehin aus ihrer Motivation heraus lernen wollen. Das beginnt schon bei der motorischen Entwicklung, die von sich aus passiert und jeder Erfolg spornt an. Es geht darum, das Kind zu ermutigen, in seinem eigenen Tempo und Rhythmus zu lernen und die natürliche Freude am Tun zu behalten.

Montessori zu Hause - kann das gelingen?

Ja, es kann - das zeigen viele Blogger (Linkliste unter dem Text), die die Montessori-Pädagogik zu Hause umsetzen. Montessori kann eine sinnvolle Ergänzung zum Familienalltag sein, um die Selbständigkeit und die Freude am selbstbestimmten Lernen zu fördern. Dabei lautet der Leitsatz "Hilf mir es selbst zu tun". Ein einfaches Beispiel für eine Umsetzung zu Hause ist eine bedürfnisorientierte Einrichtung, etwa das Kinderzimmer:

Dafür braucht es weder viel Platz, noch ist es kostenintensiv. Es sind ein paar Dinge, die jeder problemlos zu Hause umsetzen kann, um eine vorbereitete Umgebung für sein Kind zu schaffen:

  • Spielregal: In einem niedrigen, offenen Regal sind die einzelnen Spielsachen in Körben geordnet. Diese Ordnung hilft deinem Kind beim Wegräumen, weil es den Überblick besser behalten kann.
  • Arbeitsplatz: Tische und Sessel sollten in passender Höhe im Kinderzimmer stehen, damit dein Kind auch selbständig und bequem basteln und malen kann.
  • Bett: Für Babys und Kleinkinder genügt eine Matratze am Boden, wo sie selbständig hinein- und hinauskrabbeln können. Später ist ein niedriges Kinderbett ideal.
  • Kasten: Egal ob ein Kleiderkasten verwendet wird oder eine Kleiderstange - alle Kleidungsstücke sollten übersichtlich auf Kinderhöhe erreichbar sein, damit dein Kind selbst auswählen kann. Am besten sind auch nur jene Kleidungsstücke erreichbar, die gerade zur Jahreszeit passen. Kleinteile wie Socken, Unterwäsche, Hauben etc. am besten in Körben sortiert bereitstellen.
  • Bücher: Ein kleiner Korb mit Büchern, dazu ein Sitzhocker mit einer kuschligen Decke - fertig ist eine gemütliche Leseecke zum Bilderbuch anschauen oder auch, um eine Hör-CD zu hören.
  • Dekoration: Weniger ist mehr! Ein paar ruhige Bilder, ein Spiegel an der Wand auf Kinderhöhe, ein angenehmer Teppich - mehr braucht es nicht. Die Dekoration kann sich z.B. mit einem Jahreszeitentisch auch regelmäßig ändern.

Was macht eine vorbereitete Umgebung sonst noch aus?

Die vorbereitete Umgebung hört natürlich nicht im Kinderzimmer auf, sonst zieht sich durch die Wohnung, damit sich dein Kind möglichst unabhängig und selbständig entfalten kann.

  • Garderobe: Eine Garderobenleiste auf Kinderhöhe, ein kleiner Sessel zum Schuhe anziehen, ein paar Körbe für Handschuhe, Haube & Co - mehr braucht es nicht, damit sich dein Kind selbständig an- und ausziehen kann.
  • Haushalt: Ein kleiner Besen, ein Handbesen, ein kleiner Kübel, ein Topflappen - es sind einfache Gegenstände, die deinem Kind dabei helfen, im Haushalt mitzumachen und selbst Verantwortung zu übernehmen. Mit Materialien in Kindergröße gelingt das einfacher.
  • Badezimmer: Ein kleiner Waschtisch mit einem Krug und einer größeren Schüssel, ein kleiner Spiegel, Seife, etc. - und schon kann dein Kind selbständig seine Körperpflege übernehmen.
  • Küche: Kinder helfen gerne in der Küche mit - daher ist ein Learningtower eine geeignete Unterstützung, damit dir dein Kind bei echten Arbeiten helfen kann: Gurke schälen und schneiden, Obst waschen, Tisch decken, etc. Es gibt die meisten Küchenutensilien in geeignetem Kinderformat, etwa Kindermesser, Schäler und auch zum Apfel aufschneiden tut es der klassische Apfelschneider.

Unser Tipp: Versuch deine Wohnung aus Kinderaugen zu sehen - wo kommt dein Kind nicht gut ran? Wo ist es immer auf deine Hilfe angewiesen? Versuche doch einfach zu Beginn, an diesen Punkten etwas zu ändern. Und wenn dein Kind älter und größer wird, dann wird sich wieder etwas ändern.

Das waren jetzt einige praktische Tipps, wie du Montessori zu Hause umsetzen kannst, wenn dein Kind allmählich mobil wird und beginnt, seine Umwelt zu entdecken. Aber: Montessori ist viel mehr als Spielsachen aus Holz, ein paar Materialien und eine reduzierte, vorbereitete Umgebung: Es ist eine Haltung, die bei der Kommunikation und im Umgang miteinander beginn und die große Herausforderung, einfach nur zu beobachten. Die Beobachtung meint zu sehen, was dein Baby gerade braucht und welche Materialien gerade passend sind, aber auch, in das Spiel nicht einzugreifen.


Montessori mit Baby

Montessori mit Baby ist ein wenig anders und zeigt aber im Wesentlichen, worauf es wirklich ankommt: Auf Bedürfnisse eingehen und dein Kind ganz bewusst wahrnehmen. Natürlich kannst du das Kinderzimmer für dein Baby nach Montessori einrichten und die Umgebung möglichst optimal vorbereiten. Was dein Baby in den ersten Monaten aber am meisten braucht: Dich. Deine Liebe und Nähe. Montessori ist eine Haltung, die darauf beruht, deinem Baby zu vertrauen und ihm mit Respekt zu begegnen - dazu braucht es keine Materialien. Stattdessen braucht dein Baby deinen Halt, wenn es weint, es möchte von dir in den Schlaf begleitet werden und wissen: Du bist da. Dein Baby braucht für seine Entwicklung Zeit, Raum und dich als sicheren Hafen, wenn es in dieser für ihn so neuen Welt ankommt.

Deswegen gibt es auch keinen Zeitpunkt, wann du mit Montessori beginnen kannst - denn wenn du dich mit dieser Philosophie vertraut machst, dann wirst du sehen, dass sie schon immer da ist. Ob und wie du nun die Umgebung vorbereiten möchtest oder nicht, ist deine Entscheidung. Wenn dein Baby älter wird und beginnt, sich für Gegenstände seiner Umgebung zu interessieren, dann ist es auch Zeit, für die ersten Materialien: Das können einfache Dinge wie ein Waschlappen sein, ein Kochlöffel oder eine Rassel - Dinge des Alltags, die du ohnehin zu Hause hast.

Praktische Tipps für den Montessori-Alltag

  • Traue deinem Kind mehr zu und integriere es in dein Handeln, etwa durch einen Learning Tower
  • Wichtige Dinge für dein Baby so aufbewahren, dass es selbst hinkommt
  • Einfache Spielideen anbieten und immer wieder abwechseln, etwa Schüttübungen mit Reis, Linsen oder Bohnen, Fädelspiele, Strohhalme in ein Sieb stecken, Sortierübungen mit Farben, Formen zuordnen, Nüsse knacken
  • Alltagsgegenstände in kindertauglicher Größe bereitstellen (etwa Besteck, Geschirr, aber auch Scheren, Messer und Werkzeug), aber auch einen niedrigen Waschtisch im Badezimmer, eine kleine Garderobe, einen niedrigen Tisch mit passendem Sessel.....

Das sind jetzt nur ein paar Gedanken zu Montessori und sicher nicht vollständig. Du willst mehr zum Thema Montessori und Baby erfahren? Dann lies doch bei diesen beiden Blogs weiter:
Eltern vom Mars
Chez Mama Poule
DIY-Montessori-Ideen
Buchtipp: The Montessori Toddler

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