Spiel & Bewegung
Kastanien & Herbstblätter: 10 einfache Beschäftigungsideen für dein Kind
- Details
Der Herbst schenkt uns gerade die schönsten kleinen Schätze: bunte Blätter, glänzende Kastanien, kleine Äste und jede Menge Naturmaterialien, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Vielleicht kommt dein Kind vom nächsten Spaziergang mit einem ganzen Sack voller Kastanien nach Hause. Oder es bleibt bei jedem bunten Blatt stehen, hebt es auf und möchte es unbedingt mitnehmen. Aber was macht man eigentlich mit all diesen Herbstschätzen?
Wir haben 10 einfache Beschäftigungsideen für euch gesammelt, die sich schon für jüngere Kinder eignen. Ganz ohne kompliziertes Bastelmaterial und mit Dingen, die ihr bei eurem nächsten Spaziergang sammeln könnt. Dabei geht es gar nicht darum, am Ende etwas „Schönes“ herzustellen. Für kleine Kinder ist schon das Fühlen, Greifen, Rascheln, Schütten, Tragen, Beobachten und Ausprobieren ein wunderbares Erlebnis.
(c) Miriam Mehlman
1. Kastanien-Bad
Eine flache Wanne, Schüssel oder große Kiste wird zum kleinen Herbstbad. Füllt sie mit Kastanien und bunten Herbstblättern und lasst euer Kind nach Herzenslust entdecken: hineingreifen, Kastanien herausnehmen, Blätter zerknüllen, sortieren und alles wieder hineinlegen. Für Babys ist besonders spannend, wie unterschiedlich sich die Materialien anfühlen: glatt und fest trifft auf weich und raschelig.
Für die Kleinsten bitte nur ausreichend große Naturmaterialien verwenden und immer dabeibleiben.
2. Blätter rascheln
Ein Korb voller trockener Herbstblätter kann für ein Baby schon richtig aufregend sein. Blätter zerknüllen, darüberstreichen, hochheben, fallen lassen oder gemeinsam in die Luft werfen – es gibt unzählige Möglichkeiten. Besonders für Babys, die gerade beginnen, ihre Hände ganz bewusst einzusetzen, ist das eine tolle Sinneserfahrung. Und das Schönste daran: Das Rascheln gibt es gratis dazu.
3. Kastanien rollen lassen
Kastanien sind kleine Natur-Rollkünstler! Legt ein umgedrehtes Brett, ein stabiles Stück Karton oder eine andere sichere, leicht schräge Fläche bereit und lasst die Kastanien hinunterrollen. Die Kinder können beobachten, wie schnell oder langsam sie rollen, ihnen hinterherkrabbeln und die Kastanien wieder nach oben bringen. So wird aus einem einfachen Material ganz nebenbei ein kleines Spiel aus Bewegung, Ursache und Wirkung.
(c) Miriam Mehlman
4. Der Herbst-Sammelkorb
Ein kleiner Korb wird zum Sammelplatz für eure Herbstschätze. Verteilt große Blätter und Kastanien im Raum oder – noch schöner – im Garten. Euer Kind darf sie einsammeln und zum Korb bringen. Für Krabbelkinder lässt sich daraus eine kleine Bewegungsstrecke machen: krabbeln – greifen – tragen – ablegen – wieder zurück. Und ganz nebenbei werden Koordination und Bewegungsfreude gefördert.
5. Ein Blätterweg
Große Herbstblätter werden zu einem kleinen Weg. Legt sie nebeneinander auf den Boden und lasst euer Kind darüberkrabbeln, darübersteigen, darauf sitzen oder die Blätter mit den Füßen bewegen. Besonders spannend: Jedes Blatt fühlt sich ein bisschen anders an. Manche sind glatt, andere trocken und knisternd, manche weich und manche ganz zerbrechlich. So wird ein einfacher Blätterweg zu einer kleinen Sinneslandschaft für Hände und Füße.
6. Kastanien-Schüttelspiel
Jetzt wird es ein bisschen lauter! Füllt Kastanien in verschiedene große, stabile Gefäße und lasst die Kinder schütten, umfüllen und ausprobieren. Daneben kann ein zweites Gefäß mit trockenen Blättern stehen. Kastanien klackern – Blätter rascheln. Schon für kleine Kinder ist es spannend zu hören, dass unterschiedliche Materialien ganz unterschiedliche Geräusche machen.
7. Blätter-Regen
Hier dürfen die Blätter fliegen! Nehmt einen Korb voller leichter, trockener Herbstblätter und lasst sie langsam über eurem Kind herunterrieseln. Wo landet das Blatt? Kann ich es greifen? Kann ich es wegschieben? Wo ist es hingeflogen? Gerade Babys lieben solche kleinen Überraschungsmomente und wenn anschließend gemeinsam hinter den Blättern hergekrabbelt wird, wird daraus gleich noch ein kleines Bewegungsspiel.
(c) Miriam Mehlman
8. Der Kastanien-Parcours
Aus Kastanien, Blättern, Kissen und Matten entsteht ein kleiner Herbst-Parcours. Legt die Kastanien als kleine Stationen auf den Weg und dazwischen ein paar Blätter oder weiche Unterlagen. Die Kinder können von einer Station zur nächsten krabbeln oder, je nach Alter und Entwicklungsstand, darübersteigen und herumgehen. Es muss dabei überhaupt nicht schnell gehen. Entdecken, ausprobieren und den eigenen Weg finden ist hier das Ziel.
9. Herbstbilder legen
Und jetzt wird es kreativ, ganz ohne Kleber und Schere. Legt ein großes Blatt Papier auf den Boden und gebt Herbstblätter und Kastanien dazu. Gemeinsam könnt ihr Blätter auflegen, Kastanien darauflegen oder sie rund um die Blätter verteilen. Dabei muss überhaupt kein fertiges Bild entstehen. Für kleine Kinder ist schon das Hinlegen, Wegnehmen, Verschieben und wieder neu Anordnen eine wunderbare Beschäftigung. Und vielleicht entsteht dabei ganz nebenbei euer erstes gemeinsames Herbstkunstwerk.
10. Kastanie trifft Blatt
Für diese Idee braucht ihr nur zwei Körbe oder Schüsseln. In einen kommen die Kastanien, in den anderen die Blätter. Nun dürfen die kleinen Herbsthelfer hin- und hertragen, hineinlegen, ausräumen und wieder neu sortieren. Für ältere Kinder kann daraus ein erstes Sortierspiel werden: „Wo gehört die Kastanie hin?“ „Und wo kommt das Blatt hin?“ Für Babys steht natürlich nicht das richtige Sortieren im Vordergrund, sondern das Greifen, Tragen, Ein- und Ausräumen und Wiederholen.
Was kleine Hände aus Herbstschätzen machen
Vielleicht wird aus euren Kastanien kein Bastelprojekt. Vielleicht entsteht auch kein hübsches Herbstbild. Vielleicht werden die Blätter einfach zerknüllt, die Kastanien 20-mal aus dem Korb geräumt und anschließend wieder hineingelegt.
Und genau das ist völlig in Ordnung.
Denn für kleine Kinder sind Naturmaterialien keine Bastelmaterialien. Sie sind spannende Dinge zum Fühlen, Hören, Beobachten, Bewegen und Ausprobieren.
Also: Beim nächsten Spaziergang ruhig ein paar Kastanien und bunte Blätter mit nach Hause nehmen. Ein Korb, eine Schüssel und ein bisschen Zeit reichen oft schon aus, um daraus eine wunderbare kleine Herbstbeschäftigung zu machen.
Denn manchmal braucht es gar nicht viel, damit kleine Kinderaugen ganz groß werden.
Über die Autorin
(c) Miriam Mehlman
Mag. Martina Novak ist Inhaberin des Biolino Instituts und hat viel Erfahrung in der Begleitung von Familien und Spielgruppen. Als Mama einer Volksschülerin verbindet sie fachliches Wissen mit ganz viel Herz, Einfühlungsvermögen und Verständnis für den Familienalltag.
Wenn ihr zwischendurch Lust auf neue Ideen, gemeinsames Spielen und Entdecken habt, freut sie sich, euch im Biolino Institut zu begleiten. Bei den Angeboten für Babys und Kleinkinder geht es um Bewegung, Sinneserfahrungen, Kreativität und vor allem um eines: gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen.








