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Tipps für Wandern mit Baby und Kleinkind
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Wir sind mit unseren Kindern schon seit dem Babyalter draußen unterwegs und haben dabei schnell gelernt: Wandern mit Baby oder Kleinkind ist anders – aber gerade deshalb etwas ganz Besonderes. Es gibt viel zu entdecken, gemeinsame Abenteuer zu erleben und jede Menge kleine Momente, an die man sich später gerne erinnert. Gleichzeitig braucht es etwas mehr Planung, Flexibilität und vor allem: Geduld.
Unser wichtigster Tipp vorweg: Passt die Wanderung an eure Kinder an – nicht die Kinder an die Wanderung. Was heute problemlos funktioniert, kann morgen schon wieder ganz anders aussehen.
Mit einem Baby in der Trage oder einem geländegängigen Kinderwagen seid ihr häufig noch erstaunlich flott unterwegs. Sobald die Kleinen jedoch mobil werden, kann sich das Tempo schlagartig ändern: Aus einer Wanderung wird eine Entdeckungstour, und für 100 Meter braucht man plötzlich eine halbe Stunde. Jeder Stein, jedes Blatt und jeder Käfer könnte schließlich etwas Spannendes sein.
Deshalb gilt: Beim Wandern mit Kindern ist nicht die zurückgelegte Strecke entscheidend. Der Weg ist das Ziel.
Wandern mit Baby
(c) Christopher Luther
Eine gute Babytrage lohnt sich
Wandern mit Baby ist oft unkomplizierter, als man zunächst denkt. Die Kleinen schlafen unterwegs häufig gemütlich in der Trage, während ihr noch ziemlich nah an eurem gewohnten Wandertempo unterwegs seid. Wenn ihr also regelmäßig unterwegs seid, investiert in eine gute, ergonomische Babytrage. Sie sollte sowohl für euer Baby als auch für euch bequem sein und richtig angepasst werden können. Eine professionelle Trageberatung kann euch bei der Wahl des passenden Modells helfen.
Bequeme Kleidung für Eltern und Baby
Gerade bei längeren Wanderungen ist außerdem die Kleidung wichtig. Babys können ihre Körpertemperatur noch nicht so gut regulieren wie Erwachsene und werden in der Trage durch eure Körperwärme zusätzlich gewärmt.
Wir setzen deshalb gerne auf atmungsaktive Materialien und mehrere dünne Schichten. Wolle-Seide-Produkte sind beispielsweise eine gute Möglichkeit. Wichtig ist vor allem, dass das Baby weder zu warm noch zu kalt wird.
Und: Wechselkleidung einpacken! Nicht nur für das Baby, sondern auch für euch. Beim Wandern und Tragen kommt man schnell ins Schwitzen – und trockene Kleidung kann unterwegs Gold wert sein.
Teamwork: Einer trägt, einer trägt den Rucksack
Am angenehmsten ist es, wenn ihr die Last aufteilt: Eine Person trägt das Baby, die andere übernimmt den Rucksack. Wenn möglich, wechselt euch beim Tragen ab. So verteilt sich die Belastung und beide können die Wanderung genießen.
Sonnenschutz für die Kleinsten
Gerade bei Babys ist Sonnenschutz besonders wichtig. Eine Kopfbedeckung gehört deshalb unbedingt ins Gepäck. Auch Arme und Beine sollten geschützt werden, wenn sie der Sonne ausgesetzt sind.
Achtet bei der Trage außerdem darauf, dass euer Baby ausreichend Luft bekommt und nicht überhitzt. Ein Tuch einfach komplett über die Trage zu legen, ist keine gute Lösung, da sich darunter die Hitze stauen kann.
Eine Decke oder ein großes Mulltuch gehört ins Gepäck
Viele Hütten sind nicht unbedingt auf die kleinsten Wanderer eingestellt. Einen Wickeltisch gibt es daher nicht überall.
Eine kleine Wickelunterlage, eine Decke oder ein großes Mulltuch nimmt wenig Platz weg und ist unterwegs unglaublich praktisch. Bei schönem Wetter könnt ihr damit einfach auf der Wiese wickeln.
Das Tuch kann außerdem als Unterlage dienen, wenn euer Baby einmal aus der Trage möchte. Ein bisschen liegen, strampeln, schauen und die Welt entdecken – auch dafür sollte unterwegs Zeit sein.
Pausen nicht vergessen
Auch wenn euer Baby in der Trage zufrieden schläft, tut eine kleine Pause gut. Gerade bei längeren Touren solltet ihr regelmäßig einen geeigneten Platz suchen, an dem ihr wickeln, füttern oder einfach kurz verschnaufen könnt. Eine schöne Wiese, eine Bank oder ein ruhiger Platz mit Aussicht eignet sich dafür oft besser als die nächste Hütte.
Und unser Tipp aus Erfahrung: Plant lieber etwas mehr Zeit ein. Wickeln, Stillen oder Füttern und eine kleine Pause dauern unterwegs eben länger als zu Hause.
Wandern mit Kleinkind
(c) Getty Images
Der Weg ist das Ziel
Mit einem Kleinkind verändert sich das Wandern plötzlich komplett. Während ihr mit einem Baby oft noch in eurem eigenen Tempo unterwegs seid, wird aus der Wanderung jetzt eine Entdeckungstour. Gerade deshalb heißt es beim Wandern mit Kleinkindern: Tempo rausnehmen, Erwartungen anpassen und ausprobieren, was für euch als Familie funktioniert.
Wandern als Erlebnis
Sucht euch leichte Strecken aus, die unterwegs für Abwechslung und Unterhaltung sorgen. Inzwischen gibt es für Familien ein großes Angebot an Wander- und Themenwegen: Rätselrallyes, Spielstationen, Erlebnisplätze oder spannende Infotafeln machen die Wanderung zum Abenteuer. Auch ein Spielplatz am Weg ist ein echter Pluspunkt. Hier könnt ihr eine kleine Pause zum Spielen einlegen.
Genügend Proviant einpacken
Wandern macht hungrig. Und da man mit Kindern oft nicht genau einplanen kann wie lange der Weg bis zur nächsten Hütte dauert, solltet ihr immer genügend Proviant für den Notfall mithaben. Dafür eignen sich Sachen, die einfach unterwegs gegessen werden können: Müsliriegel, aufgeschnittene Äpfel, Bananen, kleine Sandwiches, Waffeln etc. Und natürlich solltet ihr auch ausreichend zu trinken einpacken.
Gerade bei Kleinkindern kann eine kleine Snackpause zwischendurch wahre Wunder wirken!
Wenn die Motivation nachlässt
Selbst auf dem schönsten Themenweg können irgendwann die kleinen Füße müde werden. Wenn die Motivation nachlässt, helfen manchmal schon kleine Spiele und Ablenkungen, um die letzten Meter zu schaffen.
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Geschichten erzählen: Einer beginnt mit einem Satz, der nächste führt die Geschichte weiter. So entstehen oft die lustigsten und fantasievollsten Geschichten. Dabei könnt ihr auch Gegenstände und Dinge am Weg einbauen: Wohnt in dem alten Baumstumpf vielleicht eine kleine Fee? Versteckt sich unter dem Stein ein kleiner Wichtel? Oder wer hat wohl die kleinen Spuren im Matsch hinterlassen?
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Lieder singen: Lieblingslieder gemeinsam singen oder spontan neue Strophen erfinden – das sorgt für gute Stimmung und lenkt ein bisschen von müden Beinen ab.
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Kleine Spiele: Klassiker wie „Ich sehe was, was du nicht siehst“ funktionieren auch unterwegs wunderbar. Für kleinere Kinder könnt ihr das Spiel noch einfacher gestalten und zum Beispiel nach Farben suchen: „Wer findet etwas Rotes?“ oder „Wo ist etwas Gelbes?“
Fazit
Am Ende muss eine Wanderung mit Kleinkind nicht möglichst lang oder anspruchsvoll sein. Viel wichtiger ist, dass alle Spaß daran haben. Wenn aus den geplanten fünf Kilometern am Ende nur zwei werden, dafür aber jede Pfütze erkundet, jeder Käfer bestaunt und jede Pause genossen wurde, war die Wanderung trotzdem ein voller Erfolg.




