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Wenn wir an unsere Grenzen gelangen

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Wie kann ich helfen wenn junge Geschwister streiten bzw. Konflikte haben? Wenn das Reden noch nicht so gut funktioniert und auch die Frustrationstoleranz sehr niedrig ist. Familientrainerin Claudia Umschaden hat dafür ganz konkrete Tipps vorbereitet.

Gleich mal Entwarnung: Kinderstreit ist ganz normal und ja, sie streiten wirklich oft! Forscher haben Kleinkinder beim Spielen beobachtet und kamen auf 6 Auseinandersetzungen pro Stunde – also alle 10 Minuten!

Streiten ist aber ein echtes Training fürs Leben: Kinder lernen, wie man gemeinsam spielt, sich die Güter teilt. Im Geschwisterstreit spüren die Kinder ihre Grenzen, sie lernen sich bei Gleichaltrigen zu behaupten und fühlen, wie weh Verletzungen tun können. Idealerweise erfahren sie, dass es angenehmer ist Kompromisse zu schließen, gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden und dass jeder wertvoll und besonders ist.

Streit bei jungen Geschwister

Wie ist das aber mit kleinen Kindern? Ich kann mich noch gut erinnern, als meine beiden Ältesten 1,5 und 2,5 Jahre alt waren. In dieser Zeit hat „spielen“ bedeutet, dass ich daneben sitze und mitspiele. Eben um Konflikte zwischen den beiden Kleinen frühzeitig zu entschärfen. Es ist klar, dass wenn der 2,5 Jährige gerne aus Duplosteinen einen Turm baut, die 1,5 Jährige dazu krabbelt und ihn mit Freude zerstört. Daraus kann man natürlich auch ein Spiel machen, oft ist dann aber Frustration über die Zerstörfreude des jüngeren Geschwisters vorherrschend. Und dann geht es darum, dem älteren Kind den Freiraum zu schaffen, selbst bauen zu können, während Mama/Papa für das jüngere Geschwisterl baut.

 

Zeit verlieren, um Zeit zu gewinnen

Wie groß war meine Freude an einem Tag, als ich merkte meine beiden Kleinkinder schaffen es, 5 Minuten alleine und miteinander zu spielen. Kostbare 5 Minuten, in denen ich meinen warmen Kaffee genießen durfte. Und danach habe ich mich wieder den Kindern zugewandt. Nicola Schmidt beschreibt in ihrem Buch „Geschwister als Team“, dass je jünger die Kinder sind, das Motto lauten darf: „Zeit verlieren, um Zeit zu gewinnen.“ Es geht darum, dass ich nach einem Konflikt eine zeitlang meine Kinder beim Spielen und auch Lösungsumsetzen begleite (=Zeit verliere) und wenn ich merke, dass beide Kinder wieder gut miteinander umgehen und ins Spielen vertieft sind, ich mich auch wieder zurückziehen kann (=Zeit gewinnen).

Je jünger die Kinder, desto länger sind die Zeiten, in denen ich mich meinen Kindern widme, und kürzer die Zeiten, in denen ich „frei“ habe. Und doch zahlt sich diese Zeit mit den jüngeren Kindern aus, einfach weil sie dadurch auch lernen, wie sie miteinander spielen können. 

 

 

Meine Lösungstipps

Konflikte bei Kindern gibt es viele und verschiedene:

Beispiel 1: Das jüngere Kind möchte das gleiche Spielzeug wie das Ältere und nimmt ihm das Spielzeug weg. 
 > Manchmal hilft es, den Gegenstand zurückzutauschen. Gibt es ein ähnliches Spielzeug, dass dem jüngeren Kind auch gefallen könnte?Wenn das Spielzeug dem großen Kind gehört, und er es nicht herborgen möchte, ist das auch in Ordnung. Es gibt Lieblingssachen, die nicht geteilt werden müssen. Eventuell wird dann ausgemacht, dass damit nur dann gespielt wird, wenn das jüngere Geschwisterl schläft oder nicht dabei ist.

> Wenn es immer um das gleiche Spielzeug geht, macht es vielleicht Sinn ein zweites zu kaufen. Man darf sich das Leben auch einfacher machen. ;)

Beispiel 2: Das jüngere Kind zerstört dem größeren Kind sein Spiel, weil es dabei sein möchte und es interessant ist, womit das große Kind spielt.

> Es gibt Zeiten, wo das ältere Kind in Ruhe alleine spielen darf – auch darauf dürfen wir Eltern schauen. So kann sich ältere Kind entfalten und wird nicht immer vom jüngeren Geschwister gestört.

> Wie können wir unserem älteren Kind diesen Freiraum schaffen: wenn das Geschwisterl schläft oder indem wir uns selbst als Spielpartner für das jüngere Kind anbieten. Wenn es immer wieder zu Konflikten kommt, kann man vielleicht auch mal die Großeltern/Babysitter um Hilfe bitten. Diese gehen mit dem Kleineren spazieren, während man Exklusivzeit mit dem großen Kind hat. 

Beispiel 3: Die Kinder beginnen sich um etwas zu streiten und schlagen, kämpfen miteinander.

> Wir trennen beide Streithähne und sagen laut „STOPP“ (das versteht auch schon ein 1 jähriges Kind).

> Beide Kinder werden getröstet. Bewahre Ruhe und suche nicht nach Schuldigen.

> Lass deine Kinder erzählen, so gut es geht, was passiert ist. Auch wenn dein Kind noch nicht gut sprechen kann, wird es dir versuchen zu zeigen, was passiert ist. Dafür kannst du Worte finden. Dein Kind versteht dich.

> Finde Lösungen für deine Kinder, damit beide zufrieden sind.

Der Sinn dieses Ansatzes ist es, dass unsere Kinder mit der Zeit lernen, ihre Konflikte selbst zu lösen. Kinder sollen lernen, Konflikte aus eigener Kraft zu bewältigen. Wir Eltern rüsten sie dazu aus. Und das braucht viel Übung und unzählige Wiederholungen. Denn auch Streiten will gelernt sein. 

 

Strategien zur Streitbegleitung bei größeren Kindern findest du in Claudias Artikel "Geschwisterstreit".

 

 

Claudia ist Mutter von fünf Kindern und hat Pädagogik studiert. Nach der Karenz ihres jüngsten Sohnes hat sie beschlossen ihrem Herzen zu folgen und sich selbstständig zu machen.

Als Mutter steht sie – trotz ihrer pädagogischen Ausbildung – immer wieder vor neuen Herausforderungen und Problemen. Es ist nicht nur eine Redewendung, dass „jedes Kind anders ist“ – es ist wirklich so! Claudia hat fünf Kinder im Alter von 17, 16, 11, 7 und 5 Jahren und jedes ist anders, hat einen anderen Charakter, andere Talente und Begabungen. Das ist das Spannende in der Begleitung von Kindern – zu beobachten, wie sie sich unterschiedlich entfalten und groß werden. Und zu erkennen, dass 0815-Rezepte bei der Erziehung der Kinder nicht funktionieren – denn jedes Kind ist eben anders und braucht etwas Anderes!

In ihren Workshops teilt Claudia ihre Erfahrungen (verknüpft mit pädagogischem Know-How) mit Dir und zeigt Dir Wege auf, wie es möglich ist, Dein Kind, die Beziehung zu Deinem Partner und Dich selbst zu stärken!

Mehr über Claudia, ihre Angebote und Workshops findest du auf ihrer Webseite familientrainerin.com

 

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