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Wenn wir an unsere Grenzen gelangen

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Wenn zwei Menschen eine neue Familie gründen, bringen sie ihre eigenen Werte und Vorstellungen - ihre Kultur -  mit. Gerade in Fragen der Kindererziehung kann es da schon mal zu Uneinigkeiten kommen. Denn manche Partner haben von der Art der Elternschaft komplett gegenteilige Vorstellungen. Es kommt zum "Kulturschock", denn zwei Kulturen treffen aufeinander. Wie kann man damit umgehen? Wie löst man diese Konflikte, von denen man vor der Elternschaft ja oft gar nichts weiß. Sandra Teml-Jetter zeigt uns Lösungsmöglichkeiten für diese wirklich verzwickte Situation und gibt uns Tipps, wie man offen auf aufeinander zugehen kann - denn wir alle wollen ja nur das Beste für unsere Kinder! 

 

Kann es in einer Beziehung zu einem "Kulturschock" kommen? 

Laut Wikipedia bezeichnet der Begriff Kulturschock "den schockartigen Gefühlszustand, in den Menschen verfallen können, wenn sie mit einer fremden Kultur zusammentreffen". In diesem Zusammenhang wurde der Kulturschock als Krise definiert, welche fünf Phasen hat: Honeymoon-Phase, Kulturschock-Phase, Anpassungs-Phase, Erholungs-Phase. Interessanterweise gibt es diese Phasen auch bei einem "Beziehungs-Kulturschock". Sandra Teml-Jetter von der Wertschätzungszone erklärt uns warum: 

Die 4 Phasen des Kulturschocks 

Ich spreche gerne über einen Kulturschock in der Paarbeziehung, wenn das Paar zum ersten Mal gemeinsam Eltern wird. Ich meine, dass die vier Phasen gut auf die Familie übertragbar sind: In der Honeymoon-Phase sind wir von der Andersartigkeit des Gegenübers fasziniert und wenden uns voller Neugierde und Offenheit einander zu. Häufig treffen sich aber auf der Bühne der Erziehung zwei Individuen aus zwei unterschiedlichen Familiensystemen und Sozialisationen und auf dieser Bühne werden möglicherweise zum ersten Mal scheinbar unüberwindbare Unterschiede und Glaubensausrichtungen der beiden sichtbar. Wo zuvor Neugierde war, bereitet sich nun Unverständnis und Frustration aus - die zweite Phase des Kulturschocks. Das Paar muss nun wieder zu Vertrauen, Offenheit, Neugierde und Interesse am anderen zurückfinden, anstatt in einem Machtkampf über „bessere Erziehung“  stecken zu bleiben, in dem es nur Verlierer gibt. 

Was in der klassischen Kulturschockphase „Anpassung“ heißt, würde ich Wachstum nennen, das dann in der 4. Phase in Akzeptanz münden kann. Beide Elternteile überwinden ihre eigenen Ängste vor Neuem, können Elemente aus der anderen Kultur akzeptieren und stehen lassen, entwickeln Vertrauen dahingehend, dass Vatersein und Muttersein auch anders sein darf, ja sogar muss, und dass beide durch Erfahrung in Beziehung mit dem Kind weiter lernen und vielleicht sogar etwas ganz Neues entwickeln, das über beide Kulturen hinausgeht.

Kein Kompromiss in Sicht?

Gerade in der Erziehung werden wir, sobald wir unser erstes Kind in der Hand halten, oft von uns selbst überrascht, dass das, was wir einst für ein No-go hielten plötzlich, beim Anblick unseres Neugeborenen, zu einem Must-have wird. Das kann auch unseren Partner überraschen - und zu großen Meinungsverschiedenheiten kommen, wovon der jeweils andere vielleicht auch gar nicht abrücken möchte (zB Schlaftraining vs. Familienbett, autoritäre Erziehung vs. bedürfnisorientiert, usw. ) Das kann zu einer echten Probe für die Paarbeziehung werden! 

Sandra dazu: Ich kann mich leicht mit anderen Sitten anfreunden, ohne gleich die Staatsbürgerschaft annehmen zu müssen. Ich kann also als Mutter oder Vater etwas vom anderen/von der anderen übernehmen, kann lernen und wachsen. Ich muss vor allem lernen, meine Ängste zu managen, wenn ich sehe, wie mein Partner/meine Partnerin im Zusammensein mit unserem Kind ist. Vor allem viele Mütter fühlen sich sehr schnell berufen, in den Prozess zwischen Vater und Kind einzugreifen, anstatt auch ihnen die Gelegenheit zu geben, eine Beziehung zu entwickeln. Dazu gehören auch Fehler und wechselseitiges Feedback - zwischen Vater und Kind. Hier spreche ich natürlich nicht davon weg zu schauen, wenn sich Eltern ekelhaft, moralisch übergriffig oder anderweitig gewalttätig ihrem eigenen Kind gegenüber verhalten!!! 

Im Dialog lässt sich vieles lösen

Wenn wir als Elternpaar aus ganz anderen Kulturen kommen, haben wir einen Konflikt. Und dann müssen wir uns austauschen, in den Dialog gehen, anstatt gewinnen zu wollen. Und das kann dauern! Deswegen lade ich ein, schon während oder sogar vor einer Schwangerschaft das Gespräch zu suchen. Nicht um alles zu klären bevor wir uns ins Abenteuer stürzen - sondern, wie der persische Poet Rumi es nennt, um ein Feld zu schaffen, auf dem wir uns jenseits von Richtig und Falsch treffen. 

Wir führen einen Dialog, um etwas über uns selbst, den anderen und über das Thema zu lernen – nicht um den anderen von einer vorgefertigten Meinung zu überzeugen. (…)
In einem echten Dialog kann man sein Erwägungen, Ansichten und Erfahrungen ins Feld führen, sollte jedoch drauf eingestellt sein, durch den Dialog neue Einsichten zu gewinnen. Man muss sich also dem Risiko aussetzen, klüger zu werden. (Jesper Juul)

 

Ist ein Kompromiss die Lösung?

Oft ist ein Kompromiss ein halbherziges „Na ok!“ von beiden Seiten. Das halte ich langfristig als nicht zufriedenstellend. Wenn es keine Einigung gibt, gibt es Konsequenzen und eine Neugestaltung. Das mag für alle Beteiligten frustrierend und traurig sein. Aber eine Enttäuschung ist immer das Ende einer Täuschung und somit der Beginn, mit der Realität umzugehen. 

„Kommunikation ist keine Tugend, wenn man die Botschaft nicht ertragen kann.
Die Botschaft aushalten zu können bedeutet, sich darüber im Klaren zu sein, wer man ist – oder wer man noch nicht ist.“ (David Schnarch)

 


Katarina Lindbichler Fotografie

Über Sandra Teml-Jetter
Sandra ist Einzel- & Paarcoach, Elternberaterin sowie Autorin der Bücher „Mama, nicht schreien!“ &  „Keine Angst, Mama!“ Sandra hat drei Kinder, einen Lebensgefährten und zwei Katzen. Der emotionale Klimawandel in Familien liegt ihr privat und beruflich sehr am Herzen. Daraus ist das Online-Programm der „Entelterung®“ entstanden, in dem sie die TeilnehmerInnen begleitet und ermutigt, sich in emotional nahen Beziehungen als die einmaligen, authentischen Menschen zu zeigen, die sie wirklich sind.
www.wertschaetzungszone.at

 

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