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Ein Baby verändert alles. Plötzlich bestimmt ein kleiner Mensch den Tagesablauf, die Nächte werden kürzer und die eigenen Bedürfnisse rücken oft in den Hintergrund. Zwischen Stillen, Wickeln, Tragen und Schlafmangel bleibt für die Partnerschaft häufig wenig Zeit. Viele Eltern fragen sich in dieser Phase: Wie schaffen wir es, trotz aller Herausforderungen als Paar verbunden zu bleiben?

Tipps Babyglueck Paarzeit Beziehung(c) Priscilla Du Preez

Wenn aus dem Traum vom Familienglück Alltag wird

Wenn wir uns vorstellen, ein Baby zu bekommen, sehen wir meist die schönsten Bilder vor uns: Wir kuscheln als kleine Familie im Bett, bestaunen gemeinsam die winzigen Finger und Zehen und genießen jeden Moment voller Liebe und Glück. Das Baby schläft friedlich in unseren Armen, wir lächeln einander an und können unser Familienglück kaum fassen. Und ja, diese Momente gibt es. Sie sind wunderschön und unvergesslich. 

Was in diesen romantischen Vorstellungen jedoch meist fehlt, sind die schlaflosen Nächte, die Berge an Wäsche, die Diskussion darüber, wer jetzt aufsteht, und die Erschöpfung, die manchmal so groß ist, dass selbst ein kurzes Gespräch zu viel erscheint.

Zwischen Stillen, Wickeln, Tragen und Schlafmangel bleibt für die Partnerschaft häufig wenig Zeit. Viele Eltern stellen irgendwann fest, dass sie zwar gemeinsam Eltern geworden sind, sich als Paar aber ein Stück weit aus den Augen verloren haben. 

Die gute Nachricht: Die Babyzeit ist zwar anstrengend, aber auch eine Chance, gemeinsam zu wachsen. Wer die Veränderungen als Team angeht, kann diese besondere Lebensphase nicht nur überstehen, sondern sogar gestärkt daraus hervorgehen.

Tipps für frischgebackene Babyeltern

Abschied von Perfektion

Viele frischgebackene Eltern setzen sich selbst unter Druck. Die Wohnung soll ordentlich sein, das Baby zufrieden, die Arbeit erledigt und die Partnerschaft harmonisch. Die Realität sieht meist anders aus – und das ist völlig normal.

Die ersten Monate mit Baby sind eine Zeit des Ankommens und Kennenlernens. Nicht alles muss perfekt laufen. Oft hilft es, die eigenen Erwartungen etwas herunterzuschrauben und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: das Wohlbefinden der Familie.

Tipp: In den sozialen Medien sehen wir oft scheinbar perfekte Familienmomente. Lasst euch davon nicht verunsichern – hinter den schönen Bildern steckt meist auch ein ganz normaler Alltag mit Chaos und Herausforderungen. Legt das Handy öfters mal zur Seite und genießt eure eigenen Familienmomente!

Miteinander reden statt Vermutungen anstellen

Schlafmangel macht empfindlich. Was normalerweise als kleine Bemerkung durchgehen würde, kann plötzlich zu einem Streit führen. Umso wichtiger ist es, regelmäßig miteinander zu sprechen.

Dabei geht es nicht nur um organisatorische Fragen, sondern auch um Gefühle, Sorgen und Bedürfnisse. Wer offen ausspricht, was ihn beschäftigt, verhindert Missverständnisse und stärkt das gegenseitige Verständnis.

Tipp: Oft ist man einfach zu müde um ein Gespräch zu führen und landet abends am Sofa vor Netflix und Co. Macht auch bewusst einen Tag pro Woche aus, wo der Fernseher aus bleibt und ihr euch zusammensetzt, um miteinander zu reden. Sprecht auch über Dinge, die nichts mit dem Baby zu tun haben.

Die Aufgaben fair verteilen

Viele Konflikte entstehen, wenn sich ein Elternteil mit der Verantwortung allein gelassen fühlt. Deshalb lohnt es sich, bewusst über die Aufteilung von Haushalt, Kinderbetreuung und organisatorischen Aufgaben zu sprechen.

Nicht jede Aufgabe muss exakt gleich verteilt sein. Entscheidend ist, dass beide das Gefühl haben, gesehen und unterstützt zu werden.

Tipp: Kennt ihr das? In den 10 Minuten bevor Besuch kommt, schaffen wir oft mehr Haushalt als an einem Tag. Stellt euch daher einen Timer von 10 Minuten, schaltet motivierende Musik ein und schaut wie viel ihr in dieser Zeit schafft, wenn ihr fokussiert an die Aufgabe herangeht. 

Kleine Momente der Nähe schaffen

Während der Babyzeit sind große romantische Gesten oft unrealistisch. Umso wertvoller sind die kleinen Augenblicke im Alltag: ein gemeinsamer Kaffee, eine Umarmung in der Küche oder ein paar Minuten Gespräch, wenn das Baby schläft.

Nähe entsteht nicht nur durch gemeinsame Unternehmungen, sondern vor allem durch Aufmerksamkeit und Wertschätzung.

Tipp: Versucht 5 Berührungen in den Tag einzubauen und als Ritual zu etablieren - den Guten-Morgen-Kuss, eine Umarmung, wenn der Partner das Haus verlässt, der Gute-Nacht-Kuss ...

Einander Anerkennung schenken

Im Familienalltag wird häufig übersehen, was der andere alles leistet. Ein einfaches „Danke“ kann viel bewirken.

Wer wahrnimmt, wie viel Einsatz der Partner oder die Partnerin täglich zeigt, stärkt das Gefühl, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Wertschätzung ist oft wichtiger als perfekte Lösungen.

Tipp: Macht es euch zur Gewohnheit, euch jeden Abend eine Sache zu sagen, für die ihr dem anderen an diesem Tag dankbar seid. Das können große Gesten sein, aber auch Kleinigkeiten wie eine frisch gefüllte Kaffeemaschine oder ein Windelwechsel mitten in der Nacht.

Die Liebe sichtbar machen

Im Alltag gehen nette Worte schnell unter.

Tipp: Hinterlasst euch kleine Nachrichten auf dem Kühlschrank, im Badezimmer oder per WhatsApp. Ein kurzes „Danke, dass du das heute übernommen hast“ kann den ganzen Tag verschönern.

Gemeinsam über die lustigen Momente lachen

Die Babyzeit ist oft chaotisch. Mal landet der Babybrei auf dem Boden, mal schläft niemand vor Mitternacht.

Tipp: Sammelt die lustigsten Momente in einer gemeinsamen Notiz am Handy. An stressigen Tagen hilft es, sich daran zu erinnern, dass nicht alles perfekt sein muss.

Hilfe annehmen

Viele Eltern möchten alles alleine schaffen. Dabei kann Unterstützung durch Großeltern, Freunde oder Babysitter eine enorme Entlastung sein. Wer Hilfe annimmt, gewinnt Freiräume – für Erholung, persönliche Interessen oder gemeinsame Zeit als Paar.

Tipp: Wenn euch jemand Hilfe anbietet, nehmt sie an. Nutzt die gewonnene Zeit nicht unbedingt für den Haushalt, sondern bewusst für euch selbst oder als Paar. Schon ein gemeinsamer Spaziergang oder ein Kaffee außer Haus kann neue Energie schenken.

Es wird leichter

Mit der Zeit finden Familien ihren eigenen Rhythmus. Aus Unsicherheit wird Routine, aus schlaflosen Nächten werden wieder längere Ruhephasen. Was bleibt, sind die Erinnerungen an eine besondere Zeit und das Wissen, die Herausforderungen gemeinsam gemeistert zu haben.

Denn letztlich geht es nicht darum, alles richtig zu machen. Es geht darum, füreinander da zu sein – als Eltern und als Paar.

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