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Nach der Geburt eines Kindes gibt es viele Möglichkeiten, wieder ins Arbeitsleben einzusteigen. Vollzeit, Teilzeit, selbstständig, ein Jobwechsel, eine längere Auszeit – oder vielleicht auch eine ganz andere Lösung. Es gibt nicht den einen richtigen Weg.

Entscheidend ist, dass sich dein Weg für dich und eure Familie stimmig anfühlt. Was passt zu eurem Alltag, euren Bedürfnissen und eurer aktuellen Lebenssituation? Und was möchtest du selbst eigentlich?

Zwischen einer Vollzeitstelle mit Überstunden und gar nicht zu arbeiten gibt es unzählige verschiedene Möglichkeiten. Genau das kann wunderbar sein – und gleichzeitig ziemlich überwältigend.

Denn irgendwann steht die Frage im Raum: Wie möchte ich nach der Karenz eigentlich arbeiten?

Der erste Schritt ist deshalb nicht unbedingt, sofort eine Entscheidung zu treffen. Viel wichtiger ist es, zunächst herauszufinden, was du wirklich möchtest.

Dabei kannst du zwei große Bereiche betrachten: Wie möchtest du arbeiten? Und was möchtest du arbeiten?

Gastbeitrag Wiedereinstieg in den Job Beruf Familie(c) Getty Images

Möchtest du zu deinem bisherigen Arbeitgeber zurück?

Deine Arbeit gefällt dir und du fühlst dich in deinem Unternehmen grundsätzlich gut aufgehoben? Vielleicht wirst du beim Wiedereinstieg unterstützt und kannst dir gut vorstellen, wieder in deine bisherige Tätigkeit zurückzukehren.

Dann geht es vor allem darum, deinen Wiedereinstieg konkret zu planen: Wann möchtest du starten? Wie viele Stunden möchtest du arbeiten? Welche Aufgaben möchtest du übernehmen? Und wie kann dein Arbeitsalltag so gestaltet werden, dass er zu deinem neuen Leben mit Kind passt?

Oder möchtest du etwas verändern?

Vielleicht hat dir deine Arbeit schon vor der Karenz keine Freude mehr gemacht. Vielleicht hast du die Auszeit genossen und dabei gemerkt, wie wenig dir dein bisheriger Job gefehlt hat. Oder du hast festgestellt, dass die Tätigkeit, das Unternehmen oder sogar die gesamte Branche nicht mehr zu dir passt.

Dann darf auch ein Neustart eine Möglichkeit sein.

Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dich beruflich neu zu orientieren, etwas ganz anderes auszuprobieren oder einen lange gehegten Wunsch wieder hervorzuholen.

Was beide Wege gemeinsam haben?

Du brauchst zunächst Klarheit darüber, was du möchtest.

Bevor du also Gespräche mit deinem Unternehmen führst, Bewerbungen verschickst oder dich auf die Suche nach etwas Neuem machst, lohnt es sich, einen Schritt zurückzugehen.

„Begin with the end in mind“ passt hier wunderbar.

Wo möchtest du in zwei Jahren stehen?

Erlaube dir dabei ruhig zu träumen – unabhängig davon, was du glaubst, tun zu müssen, und unabhängig davon, was andere von dir erwarten.

Wir fragen unsere Kinder ständig: „Was möchtest du?“ oder versuchen herauszufinden, was sie gerade brauchen. Bei uns selbst vergessen wir das erstaunlich oft.

Dabei ist genau das eine wichtige Frage:

Was wünschst DU dir für dein Arbeitsleben nach der Karenz?

Mach es einmal wie Pippi Langstrumpf:

„Mach dir die Welt, wie sie dir gefällt.“

Das ist dein Ausgangspunkt.

Nimm dir dazu gerne Zettel und Stift und überlege nicht nur im Kopf, sondern mach deine Vorstellungen sichtbar. Folgende Fragen können dich dabei unterstützen:

  • Welche Tätigkeiten möchtest du ausüben?

  • Wie soll deine Führungskraft sein?

  • Wie viele Stunden möchtest du idealerweise arbeiten – unabhängig vom Geld?

  • Wie viel kinderfreie Zeit brauchst du zusätzlich zur Arbeit?

  • Wie soll die Kinderbetreuung aussehen?

  • Wie viel Geld möchtest du idealerweise verdienen?

  • Von wo aus möchtest du arbeiten?

  • Wie sollen deine Kolleg:innen sein?

  • In welchem Umfeld möchtest du arbeiten – Unternehmen, Organisation oder selbstständig?

Je konkreter du wirst, desto leichter wird es, deine Vorstellungen später mit der Realität abzugleichen. Denn wahrscheinlich wird nicht alles sofort zu 100 % umsetzbar sein. Und das ist völlig normal.

Jetzt kommt der Reality Check:

Was davon ist bereits möglich? Was braucht noch Zeit? Wo kannst du Unterstützung bekommen? Welche Dinge kannst du abgeben oder vielleicht sogar ganz weglassen?

Und vor allem: Was ist dir wirklich wichtig?

Unterteile deine Wünsche zum Beispiel in „Must-haves“ und „Nice-to-haves“. So bekommst du ein besseres Gefühl dafür, wo du flexibel bist und wo deine persönlichen Grenzen liegen.

Eine weitere Übung, die dabei helfen kann: Erstelle einen idealen Wochenplan.

Teile die einzelnen Tage beispielsweise in „Früh“, „Vormittag“, „Nachmittag“ und „Abend“ ein und trage ein, wie du deine Woche idealerweise gestalten möchtest. Wann arbeitest du? Wann ist Familienzeit? Wann hast du Zeit für dich? Wie viel Zeit geht für Kinderbetreuung, Haushalt, Wege oder andere Verpflichtungen drauf?

Allein diese Übung kann sichtbar machen, was bereits gut funktioniert – und wo noch Fragen oder Schwachstellen liegen.

Tausch dich auch mit anderen Mamas aus. Nicht, um deren Lösung zu übernehmen, sondern um von ihren Erfahrungen zu lernen. Manchmal bringt genau ein Gespräch eine neue Perspektive oder eine Möglichkeit, an die du selbst noch gar nicht gedacht hast.

Und dann kommt der wichtigste Schritt:

Was ist dein erster Baby-Schritt?

Nicht irgendwann. Nicht, wenn alles geklärt ist.

Was kannst du innerhalb der nächsten 72 Stunden tun, um deinen Wiedereinstieg ein kleines Stück stimmiger zu machen?

Das muss nichts Großes sein.

Vielleicht machst du eine zehnminütige Google-Recherche. Vielleicht sprichst du mit einer Freundin, die bereits wieder arbeitet. Vielleicht vereinbarst du ein Gespräch mit deinem Arbeitgeber. Vielleicht schaust du dir eine Weiterbildung an oder schreibst drei Unternehmen auf, die dich interessieren.

Wichtig ist nur: Komm ins Tun.

Warum innerhalb von 72 Stunden? Weil du durch eine kleine konkrete Handlung einen Quick Win erzeugst. Du hast etwas bewegt und merkst: Ich kann etwas gestalten. Und genau das kann dabei helfen, weiter dranzubleiben.

Dein Wiedereinstieg muss nicht von Anfang an perfekt sein.

Starte mit Klarheit darüber, was du dir wünschst. Mach den Reality Check und finde heraus, was davon jetzt, später oder vielleicht auch ganz anders möglich ist.

Und dann geh den nächsten Schritt.

Viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Gestalten deines nächsten beruflichen Kapitels!


Über die Autorin

Gastautorin Marie Meyer Marktl

Marie Meyer-Marktl ist Business & Life Coachin für mehr Erfüllung und Freude im Leben. Ihre Vision ist es, dass jede:r in allen Facetten des Lebens strahlt. Das reicht von der Freude im Arbeitsleben bis hin zur sexuellen Lebensfreude.

Marie bietet kostenlose 30-minütige Erstgespräche an.

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