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Balkon und Fenster kindersicher machen: So schützt du dein Kind vor Stürzen
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Kinder entdecken ihre Umwelt jeden Tag neu. Was für Erwachsene harmlos wirkt, kann für Babys und Kleinkinder schnell gefährlich werden. Gerade Fenster, Balkone und Loggien üben auf kleine Entdecker eine besondere Anziehungskraft aus. Leider passieren jedes Jahr schwere Unfälle durch Fenster- und Balkonstürze. Mit den richtigen Sicherheitsmaßnahmen lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren.
(c) Getty Images
Wann ist der richtige Zeitpunkt die Wohnung kindersicher zu machen?
Spätestens sobald dein Baby zu krabbeln beginnt, solltest du die Wohnung aus Kinderperspektive betrachten. Viele Gefahren fallen erst auf, wenn man selbst einmal auf Bodenhöhe durch die Räume geht.
Wenn sich dein Kind hochziehen oder erste Kletterversuche unternehmen kann, sollten Fenster und Balkon bereits gesichert sein. Grundsätzlich sind kindersichere Fenster und Balkone bis ins Volksschulalter (und auch noch darüber hinaus) sinnvoll – zwar lernen Kinder die Gefahren besser einzuschätzen, aber das allein schützt vor einem Sturz noch nicht.
Fenster kindersicher machen
in offenes oder gekipptes Fenster kann für Babys und Kleinkinder lebensgefährlich werden. Kinder unterschätzen Gefahren und nutzen Möbel oder Fensterbänke oft als Kletterhilfe. Kinder sind besonders gefährdet weil ihr Kopf im Verhältnis zum Körper doppelt so groß und schwer ist - sie können also leicht vornüberkippen.
Die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen bei Fenstern:
- Versperrbare Fenstergriffe montieren.
- Den Schlüssel der Fenstergriffe außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
- Kinder bei geöffneten Fenstern niemals unbeaufsichtigt lassen.
- Beim Lüften besonders aufmerksam sein.
- Entferne Aufstiegshilfen und Klettergelegenheiten wie Sessel, Tische oder die Couch aus dem Bereich der Fenster.
Wichtig: Insektenschutzgitter, Fliegengitter oder Katzennetze sind keine Absturzsicherung und dürfen niemals als Schutzmaßnahme gegen Fensterstürze betrachtet werden
Balkon und Loggia kindersicher machen
Ein Balkon erweiteret den Wohnraum und bietet Kindern frische Luft sowie Platz zum Spielen. Gleichzeitig zählt er zu den gefährlichsten Bereichen einer Wohnung, wenn keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.
Warum ist ein Balkon für Kinder gefährlich?
Kinder wollen ihre Umgebung erforschen. Sie klettern auf Möbel, verschieben Gegenstände und testen ihre Grenzen aus. Schon wenige Sekunden ohne Aufsicht können ausreichen, um eine gefährliche Situation entstehen zu lassen. Auch Eltern berichten immer wieder, wie schnell Kinder Möbel als Kletterhilfe nutzen.
Tipps für einen kindersicheren Balkon
1. Geländer und Brüstung überprüfen
Das Balkongeländer sollte ausreichend hoch und stabil sein. Große Öffnungen oder breite Zwischenräume müssen geschlossen werden, damit Kinder weder hindurchschlüpfen noch ihren Kopf hindurchstecken können. Schutzverkleidungen oder geeignete Sicherungselemente können hier helfen.
2. Kletterhilfen entfernen
Tische, Stühle, Sitzbänke, Aufbewahrungsboxen und Blumenkübel sollten niemals direkt am Geländer stehen. Kinder nutzen solche Gegenstände oft als Treppe nach oben.
3. Balkontür sichern
Abschließbare Griffe oder Kindersicherungen verhindern, dass Kinder unbeaufsichtigt auf den Balkon gelangen. Besonders wichtig ist dies bei neugierigen Kleinkindern, die Türen bereits selbstständig öffnen können.
4. Stolperfallen vermeiden
Lose Teppiche, verrutschende Matten oder unebene Bodenbeläge erhöhen die Unfallgefahr. Verwende rutschfeste und fest verlegte Beläge.
5. Giftige Pflanzen vermeiden
Viele beliebte Balkonpflanzen können für Kinder giftig sein. Achte auf kindersichere Pflanzen und stelle Blumentöpfe kippsicher auf.
6. Kleinteile entfernen
Steine, Dünger, Werkzeuge oder andere kleine Gegenstände gehören nicht in Kinderhände und sollten sicher verstaut werden. Wer eine Außensteckdose hat, sollte diese ebenfalls mit einem passenden Kinderschutz versehen.
7. Sonnenschutz einplanen
Im Sommer können Böden, Geländer und Möbel sehr heiß werden. Ein Sonnensegel oder Sonnenschirm schützt vor UV-Strahlung und Überhitzung.
8. Kinder niemals alleine auf dem Balkon lassen
Keine technische Sicherung ersetzt die Aufsicht durch Erwachsene! Auch ein gesicherter Balkon sollte niemals ohne Begleitung genutzt werden.
Wichtig: Sicherheitsnetze können eine sinnvolle Ergänzung sein, ersetzen jedoch keine umfassende Balkonsicherung. Sie verhindern in erster Linie das Durchgreifen oder das Herunterfallen von Gegenständen. Für einen zuverlässigen Schutz sollten immer mehrere Sicherheitsmaßnahmen kombiniert werden.
Fazit
Fenster und Balkone gehören zu den Bereichen der Wohnung, die Eltern oft unterschätzen. Bereits mit einfachen Maßnahmen wie abschließbaren Fenstergriffen, einer gesicherten Balkontür, dem Entfernen von Kletterhilfen und einer sicheren Balkonverkleidung lässt sich das Unfallrisiko deutlich reduzieren. Je früher du die Sicherheitsvorkehrungen triffst, desto entspannter können Kinder ihre Umgebung entdecken – und Eltern den Familienalltag genießen








