Unterwegs mit Baby

Wenn die Temperaturen im Sommer auf über 30 Grad steigen, machen sich viele Eltern Sorgen: Ist meinem Baby zu heiß? Trinkt es genug? Und wie kann ich es sicher vor Sonne und Überhitzung schützen? Babys reagieren empfindlicher auf Hitze als Erwachsene und brauchen deshalb besonderen Schutz. Mit den richtigen Maßnahmen können Eltern ihr Kind sicher durch heiße Sommertage begleiten!

Tipps Hilfe bei heissen Tagen Kinder Familien(c) Getty Images

Warum Hitze für Babys besonders gefährlich sein kann

Babys schwitzen weniger als Erwachsene und verlieren gleichzeitig schneller Flüssigkeit. Dadurch kann ihr Körper bei großer Hitze leichter überhitzen. Besonders Säuglinge im ersten Lebensjahr sollten deshalb konsequent vor direkter Sonne und hohen Temperaturen geschützt werden.

Die wichtigsten Hitzeschutz-Regeln für Babys und Kleinkinder

1. Direkte Sonne vermeiden

Babys sollten insbesondere im ersten Lebensjahr nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden. Plant eure Spaziergänge und Spielplatzbesuche möglichst für die frühen Morgenstunden oder in den Abend ein. 

Zwischen 11 und 17 Uhr ist die UV-Belastung meist am höchsten. Die Mittagszeit verbringt ihr daher am besten drinnen. Alternativ könnt ihr euch ein schattiges Plätzchen im Park suchen und ein gemütliches Picknick machen. 

Weitere Tipps für Sonnenschutz findet ihr auf unserer Website.

2. Ausreichend trinken

Bei Hitze steigt der Flüssigkeitsbedarf deutlich.

  • Gestillte Babys sollten häufiger angelegt werden. Vollgestillte Kinder benötigen kein zusätzliches Wasser! Das bemerkenswerte an der menschlichen Milchbildung: Bei heißen Temperaturen verändert sich die Milch automatisch. Die Vormilch, die zu Beginn einer Stillmahlzeit fließt, enthält mehr Wasser und deckt dadurch den erhöhten Flüssigkeitsbedarf des Babys perfekt ab. Wichtig: Auch die Mama darf nicht aufs Trinken vergessen! Also immer eine Wasserflasche mitnehmen!

  • Flaschenkinder benötigen eventuell zusätzliche Fläschchen nach Bedarf.

  • Kinder ab etwa sechs Monaten können zusätzlich Wasser trinken.

  • Achtet auf ausreichend nasse Windeln als Zeichen einer guten Flüssigkeitsversorgung.

3. Die richtige Kleidung wählen

Leichte, luftdurchlässige Kleidung aus Baumwolle, Seide oder Leinen schützt vor Sonne und verhindert Wärmestau.

Empfohlen werden:

  • helle Farben
  • lockere Schnitte
  • langärmelige, dünne Kleidung im Freien
  • Sonnenhut mit Nacken- und Gesichtsschutz

Weniger Kleidung ist nicht immer besser – bedeckende, atmungsaktive Stoffe schützen zusätzlich vor UV-Strahlung.

Pack auf alle Fälle Reservekleidung ein! Denn wenn dein Baby schwitzt und dann doch ein kühler Luftzug kommt oder ihr in einen (klimatisierten) Innenraum wechselt, ist es gut, wenn du es umziehen kannst.

Gerade auch nachts stellt sich die Frage, was man dem Baby am besten anzieht. Tipps für die Wahl des richtigen Schlafsacks findet ihr auf unser Website!

4. Kinderwagen nicht abdecken

Ein häufiger Fehler ist das Abdecken des Kinderwagens mit einem Tuch oder einer Decke. Dadurch kann es zu einem gefährlichen Hitzestau im Inneren kommen. Besser sind Sonnenschirme oder spezielle Sonnensegel, die eine ausreichende Luftzirkulation ermöglichen.

Wer sein Baby lieber in einer Trage trägt, kann dies auch im Sommer tun, wenn er ein paar Tipps zum Sommertragen beachtet. 

5. Räume kühl halten

So bleibt die Wohnung auch an Hitzetagen angenehm:

  • morgens und nachts lüften
  • tagsüber Fenster schließen
  • Rollos oder Vorhänge geschlossen halten
  • elektrische Geräte möglichst reduzieren

Hinweis: Ein Ventilator sollte nie direkt auf das Baby gerichtet sein.

Warnzeichen für Überhitzung

Folgende Anzeichen können auf Flüssigkeitsmangel oder eine Überhitzung hindeuten: 

  • ungewöhnlich schläfrig wirkt
  • kaum trinkt
  • trockene Lippen hat
  • auffallend wenig nasse Windeln produziert
  • sehr heiße Haut hat
  • apathisch oder ungewöhnlich reizbar wirkt

Als Sofortmaßnahmen könnt ihr die Kleidung lockern oder ganz ausziehen, den Körper vorsichtig mit lauwarmen (!) Wasser abwischen sowie Flüssigkeit anbieten. 

Ein Hitzschlag oder eine starke Überhitzung können lebensgefährlich werden. Ruft Hilfe, wenn euer Kind hohes Fieber (über 39°) bekommt, schnell atmet, einen erhöhten Puls hat, erbricht, stark benommen oder bewusstlos ist. 

Niemals Kinder im Auto zurücklassen

Hört sich logisch an, doch immer wieder liest man von Fällen, in denen Kinder im Auto zurückgelassen werden. Bereits nach wenigen Minuten können sich Fahrzeuge extrem aufheizen, da hilft es auch nicht das Fenster einen Spalt breit zu öffnen. Kinder dürfen bei heißen Temperaturen niemals alleine im Auto bleiben - auch nicht für kurze Besorgungen. 

Bereits bei einer Außentemperatur von 28 Grad Celsius erreicht das Auto nach nur zehn Minuten Temperaturen um die 40 Grad. Lüftet vor der Fahrt kurz durch und verwendet für die Kinder einen Sonnenschutz an den Seitenfenstern. Achtung Verbrennungsgefahr - kontrolliert den Kindersitz bevor ihr euer Kind hineinsetzt oder deckt den Sitz mit einem Tuch ab, während der Stehzeit, um das Aufheizen zu minimieren. 

Fazit

Mit ausreichend Flüssigkeit, luftiger Kleidung, Schatten und einem kühlen Rückzugsort kommen Babys und Kinder gut durch heiße Sommertage. Besonders wichtig ist es, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden und die Anzeichen einer möglichen Überhitzung frühzeitig zu erkennen. So kann die ganze Familie den Sommer sicher genießen.

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