Gesund & Satt
Gastbeitrag: Der Beikost-Start - Empfehlungen der TCM
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Die Traditionelle Chinesische Medizin (kurz TCM) ist ein ganzheitlicher Ansatz, der Körper, Geist und Seele ebenso umfasst, wie sämtliche uns umgebenden Einflüsse. Der zentrale Aspekt der TCM ist die Gesunderhaltung des Körpers durch eine möglichst gute energetische Versorgung sowie eine ausgeglichene Verteilung und Zirkulation der Körperenergie.

Was ist die 5 Elemente Ernährung?
Neben Akupunktur und Kräutertherapie ist die entsprechende Ernährung - die sogenannte 5 Elemente Ernährung - einer der Grundpfeiler der TCM. Es handelt sich dabei um eine besonders ausgewogene Ernährungsphilosophie mit vorwiegend regionaler und saisonaler Ausrichtung. Die Empfehlungen der 5 Elemente Ernährung sind stark individualisiert und gehen auf die energetischen Bedürfnisse sowie die umgebenden Faktoren jedes Individuums ein. Gewisse Typen oder spezielle Lebensphasen - wie in unserem Fall, das Säuglingsalter - erfordern jeweils abgestimmte Konzepte, um die bestmögliche Versorgung und einen optimalen Energiefluss zu fördern. Dies ist wiederum die Basis für einen guten Stoffwechsel und ein starkes Immunsystem.
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen! Ihr Verdauungsapparat ist noch nicht vollständig ausgereift. Das bedeutet, dass sie kühlende und schwer verdauliche Nahrungsmittel noch schlechter verwerten können, als Erwachsene. Unverdautes fördert wiederum eine vermehrte Nässe- und Schleim-Bildung, was die Häufung von Erkältungs- und Magen-Darm-Erkrankungen bei kleinen Kindern erklärt.
Mit Hilfe der TCM kann man ganz gezielt auf die kleinkindlichen Ernährungsbedürfnisse einzugehen und durch ein entwicklungsgerechtes und jahreszeitlich abgestimmtes Ernährungskonzept langfristig ihre Resorption verbessern und somit ihr Immunsystem stärken.
Warum die 5 Elemente Ernährung gerade für Babys so sinnvoll ist
Die Ernährungslehre nach den Grundsätzen der TCM bezweckt in erster Linie eine optimale Aufnahme von Nahrungsmitteln. Gerade kleinen Kindern und Babys kommt diese Ernährungsphilosophie besonders entgegen, da aufgrund ihrer körperlichen Entwicklung der Verdauungsapparat noch nicht vollständig entfaltet ist. Die Nieren arbeiten noch nicht wie bei Erwachsenen, was bedeutet, dass sie noch nicht genug Hitze für den Verdauungsprozess liefern können. So kommt es, dass Kleinkinder immer eine gewisse Nässeproblematik im Verdauungstrakt haben. Diese Nässe ist quasi das Abfallprodukt dessen, was in den kleinen Mägen zu gären beginnt, da es nicht restlos verdaut werden kann.
4 Tipps zur Beikost-Einführung nach der 5 Elemente Ernährung
Tipp 1: Gekochte Nahrung ist besser als rohes Obst & Gemüse
Rohes Obst und Gemüse kann einfach nicht verstoffwechselt werden und belastet den Magen-Darm-Trakt sehr. Daher ist es vor allem in den ersten beiden Lebensjahren so wichtig, weitgehend gekochte Nahrung zu verabreichen.
Tipp 2: Frisch zubereitete Speisen sind besser als Fertigprodukte
Der zweite wichtige Aspekt beim Beikost-Start ist die Frische der angebotenen Nahrungsmittel. Aufgrund ihrer rasanten Entwicklung benötigen Babys sehr viel Energie (Qi, wie die TCM sagt) und dieses Qi liefern frisch zubereitete Speisen in einem sehr viel höheren Ausmaß, als Fertigprodukte. Generell gilt je näher am Ursprung ein Lebensmittel ist und je weniger industriell verarbeitet es ist, umso wertvoller ist es für unseren Energiehaushalt. Neben dem Stillen ist daher das frische Kochen und Pürieren hochwertiger Ausgangsprodukte der beste Start und die wichtigste Grundlage für eine stabile Immunabwehr.
Tipp 3: Leicht verdauliches Gemüse zum Beikost-Start
Zum Starten mit Beikost eignet sich jedes leicht verdauliche Gemüse, wie beispielsweise Pastinaken, Karotten oder Kartoffel. Besonders gute Erfahrungen habe ich aber auch mit der Empfehlung von Reis-Congée als erster „fester“ Nahrung gemacht. Beim Reis-Congée handelt es sich um eine mehrere Stunden lang gekochte Art „Reis-Suppe“, die besonders gut verträglich ist und eine stark reinigende Wirkung auf den Darm hat.

Tipp 4: Gute Durchmischung von Getreide, Gemüse, Obst, Fleisch & Fisch
Empfehlenswert ist in den ersten Monaten nach und nach für eine gute Durchmischung von Getreide, Gemüse, Obst und auch Fleisch und Fisch zu sorgen, wobei aber geduldig und mit Bedacht, ein Nahrungsmittel nach dem anderen eingeführt werden soll. Falls ein Baby auf ein gewisses Nahrungsmittel allergisch reagiert, zeigt sich das nämlich erst nach der zweiten Verabreichung. Reaktionen können dann entweder sofort oder nach bis zu 72 Stunden auftreten. Es ist daher empfehlenswert, jedes neue Nahrungsmittel vier Tage am Stück zu geben, bevor etwas Neues folgt.
Für alle Lebensmittel – egal ob Gemüse, Obst, tierische Produkte oder Getreide - gilt aber gleichermaßen, dass sie ausreichend lange - das bedeutet bis sie richtig weich und vollständig aufgequollen sind – gekocht werden sollen und Idealfall als möglichst feiner Brei (ohne Stückchen) verabreicht werden.
Rohe, geriebene Äpfel, rohe Gurkenscheiben oder zerquetschte Bananen und dergleichen sind für Babys ebenso ungeeignet, wie frisches Brot, da dies alles zu schwer verdaulich ist und den Stoffwechselprozess blockiert. Auch die vielgepriesenen Vitamine aus frischem Obst und Gemüse können von Babys noch nicht aufgenommen werden und verlassen daher ungenutzt den Körper wieder. Die Vitamine hingegen, die den Kochprozess überdauern (das sind zugegebenermaßen weniger, als beim rohen Ausgansprodukt), können dafür gut aufgenommen werden.
Über die Autorin
(c) Kirner
Nina Mandl hat sich nach vielen Jahren im Immobilien-Marketing voll und ganz der 5 Elemente-Ernährung der Traditionellen Chinesischen Medizin verschrieben. Seit nunmehr 10 Jahren begleitet sie Klientinnen und Klienten in individuellen Beratungen auf ihrem Weg zu mehr Wohlbefinden und stabiler Gesundheit - und das schon beginnend bei den ganz Kleinen mit erster Beikost. Sie erstellt auch Gesundheitskonzepte für Unternehmen und bietet Kochkurse und Seminare an - online und in Präsenz.
Ihr Fokus: Die Förderung von Selbstwahrnehmung und Eigenverantwortung sowie naturbelassene, regionale und saisonale Ernährung, die Spaß macht und schmeckt.






