Gesund & Satt

Gesundheit beginnt schon im Babyalter. Die meisten Menschen kommen mit völlig gesunden Füßen auf die Welt. Leider haben davon nur 40% auch als Erwachsene „gesunde“ Füße. Viele Fußschäden entstehen schon in der Kindheit durch das „falsche“ Schuhwerk. Daraus entwickeln sich später weitere Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Hüft,-und Knieprobleme.

Das muss nicht sein! Physiotherapeutin Veronika Winter gibt dir hilfreiche Tipps für den Alltag und erklärt dir worauf du beim Schuhkauf achten musst.

Gesunde Füße bei Babys

Babys nehmen sich und die Welt sehr intensiv und mit allen Sinnen wahr, besonders wichtig ist hier der Tastsinn. Hände, Füße, Mund, alles wird eingesetzt um die Welt zu „begreifen“. So entwickeln Babys eine gesunde Körperwahrnehmung. Die wiederum ist die Grundlage für eine gute und gezielte Ansteuerung von Bewegung. Die sogenannte Sensomotorik. Also weg mit dicken Socken, Strumpfhosen oder Schuhen! Das hindert Babys daran sich zu spüren, außerdem, wer hat schon gerne die Fusseln einer Wollstrumpfhose im Mund?

Je freier sich Babys bewegen dürfen, desto besser. Langes Verweilen in Wippen, Babyschalen oder Hochstühlen ist hinderlich für ihre gesunde Entwicklung.

Mit circa fünf Monaten beginnen Babys mit dem Drehen und Rollen und bald darauf robben sie durch die Wohnung. Das gelingt auch am besten barfuß. So können sie sich gut vom Boden wegdrücken und nach vorne schieben. Das bringt gerade in diesem Alter viel Sicherheit und Beweglichkeit, denn auf das Robben folgt mit circa zehn Monaten der Vierfüßlerstand und das Krabbeln. Babys werden immer geschickter und entwickeln lustige Fortbewegungsarten. Sie genießen ihre gewonnene Mobilität und Geschicklichkeit.

 

Socken und Co

Zehen können sich am besten barfuß  bewegen, gespreizt, gebeugt und gestreckt werden, einzeln oder gemeinsam.  Ein super „360 Grad- Grip“ macht Freude beim Robben, Sitzen und Krabbeln! Rutschsocken können einem nackten Fuß nicht das Wasser reichen. Abgesehen von den Nachteilen für die Körperwahrnehmung und damit auch Ansteuerung der Bewegung, sie verrutschen bei aktiven Kindern permanent und müssen immer wieder nachjustiert werden. Eine lästige Sache, nicht nur für die Eltern!

Socken sind entweder zu eng und schnüren Babys beim Unterschenkel ab, oder sie sind zu locker und gehen dauernd verloren. Sie behindern die Beweglichkeit und Mobilität.

Jede Frau kennt das angenehme Gefühl endlich aus engen Socken oder Strümpfen rauszukommen, oder? Endlich können sich die Zehen wieder „entfalten“. Babys geht es da nicht anders! Werden Zehen gequetscht, werden sie weniger bewegt, was wiederum schlecht für die Entwicklung einer gesunden Fußmuskulatur ist. Eingeengte Füße und auch Beine werden weniger gut durchblutet. Dann werden sie „kalt“ . Viele Eltern ziehen ihrem Baby darauf noch dickere Socken oder sogar Schuhe an. Das ist aber genau kontraproduktiv.

 

Was hilft bei kalten Füßen?

Achte immer darauf, dass Windel, Bodys, Hosen oder auch Socken locker sitzen und nicht einschnüren. Auch um den Bauch herum soll genug „Luft“ sein zum Bewegen. Durch Muskelaktivität entsteht Wärme, also hilft bei Kälte Bewegen, dein Baby soll nicht zu lange in Wippen oder Babyschalen liegen.

Mein Tipp: Babys lieben Fußmassagen! Für einen Ausflug an die frische Luft ist Lammfell als Unterlage gut geeignet. Es wärmt ganz natürlich und ist atmungsaktiv.

 

Fußfakten

  • In den ersten Lebensjahren wachsen Füße schnell, bis zu 2-3 Schuhgrößen im Jahr. Neue Schuhe können also alle 3- 4 Monate nötig werden. Miss daher regelmäßiges die Füße deines Babys zu Hause!

  • Füße wachsen ungleich schnell. Immer beide Füße abmessen. Es könnte ja sein, dass der linke doch größer ist, als der rechte Fuß. Dann bitte nach dem größeren Fuß orientieren.

  • In der Früh sind Füße oft „kleiner“, weil sie sich untertags ausbreiten können. Plane daher den Schuhkauf am Nachmittag ein.

  • Lass dein Kind vor dem Anprobieren ohne Schuhe herumlaufen, damit sich die Füße vor dem Messen und Probieren ausdehnen können.

  • Das Vermessen der Füße, egal mit welcher Methode erfolgt im Stehen und mit Socken!

  • Fußlänge plus Ballenbreite sind dabei wichtig.

  • Barfuß ist einfach das Beste für den Fuß.

  • Kontrolliere die Füße regelmäßig auf Druckstellen oder Rötungen.

 

Gehbeginn mit oder ohne Schuhe?

Am besten ohne! Die ersten Gehversuche am besten ohne Schuhe und Socken machen! Das Ausbilden einer guten Fußmuskulatur und Ausbalancieren geht am besten barfuß. Für das Laufenlernen sind Schuhe tatsächlich hinderlich. Also solange es das Wetter zulässt „barfuß“ laufen! Schuhe braucht das Kleinkind, um es vor Kälte und Verletzungen zu schützen. Zu Gehbeginn eignen sich hier Lauflernschuhe.

 

Die häufigsten „Fehler“ beim Schuhkauf

  • „Drückts irgendwo?“ Auf die Rückmeldung der Kinder darf man sich nicht verlassen. Kleinkinder merken einfach oft nicht, ob ein Schuh zu groß oder zu klein ist.
  • „Daumenprobe“ - wenig hilfreich, denn viele Kinder ziehen die Zehen ein, sobald Druck draufkommt. Eigentlich ein völlig logische Reaktion.
  • „Fersenprobe“- auch nicht besser, denn auch dabei krallen sich die Kinderzehen fest.

 Viele Eltern kaufen zu kleine oder zu große Schuhe, zu breite oder zu enge Schuhe.

Auch das Argument „wirst schon reinwachsen“ gilt beim Schuhkauf nicht!

Zu groß bedeutet, dass die Füße im Schuh hin- und herrutschen und dabei permanent die Zehen gestaucht werden.

Zu klein bedeutet, dass die Zehen und der Fuß zusammengequetscht werden, was abgesehen von Schmerzen und Druckstellen, zu einer Verminderung der Durchblutung führt. Kein Spaß mit wehen und müden Füßen zu laufen.

 

Was muss ein Lauflernschuh „können“

  • Die Länge und die Weite der Schuhe ist wichtig. Es gibt viele unterschiedliche Schnitte bei Schuhen, einer wird der passende sein.
  • Immer 12mm mindestens und 17mm maximal zur Fußlänge dazurechnen.
  • Die Sohle ist weich und flexibel , damit die Füße „arbeiten“ können.
  • Ein weiches Obermaterial ist wichtig, um vor Einschneiden oder Druckstellen zu schützen.
  • Achte auf schadstoffreies Material! Also WMS- Siegel oder Ökotex Standard 100.
  • Auch passende Socken sind wichtig!

 

Wie messe ich einen Kinderfuß ab?

  1. Mit einer Schablone und einem Stift. Fuß draufstellen und mit einem Stift den Fußumriss nachzeichnen. Rechts und Links! Achtung: Halte den Stift immer senkrecht. Danach von der Ferse bis zum längsten Zeh mit dem Lineal eine Linie malen. Dasselbe am Vorfuß an der breitesten Stelle machen um die Ballenbreite zu eruieren.
  • Zur Fußlänge oder Innenlänge des Schuhes 12 mm mindestens dazurechnen, 17 mm maximal.
  • Nimm die Schablone mit zum Schuhkauf und lege sie auf die Innensohle des Schuhs.
  • Schuhe mit WMS-Qualitätssiegel gibt es in den Weiten „weit“, „mittel“, „schmal“

 

  1. Mit Hilfe der Innensohle des Schuhs
  • Einfach die Schablone oder den Kinderfuß drauf und fertig. Jetzt 12 mm mindestens dazurechnen, 17 mm maximal zur Fußlänge dazurechnen.

 

  1. Mit dem Plus 12-Messgerät
  • in ausgewählten Schuhgeschäften; allerdings wird die Schuhweite nicht berücksichtigt.

 

  1. Mit dem WMS-Messgerät
  • In ausgewählten Schuhgeschäften; Längen und Ballenbreitenmessung ist hier einfach möglich

 

Danke für den Gastbeitrag!

Über die Autorin:

Veronika Winter ist Mutter von 3 Kindern, Physiotherapeutin und Yogalehrerin. „Gesundheit beginnt in der Kindheit!“, ist ihr Credo. 20 Jahre Berufserfahrung, davon 10 Jahre im Kinderbereich prägen ihre Arbeit.

Als Gründerin von „Yoga Anatomie KIDS“ verbindet sie altersgerechtes Bewegen, Anatomie und Yoga speziell für Kinder und leitet Teachertrainings.

In ihren Vorträgen für PädagogInnen, TrainerInnen und interessierte Eltern „übersetzt“ sie komplexe Themen rund um Anatomie, Kinder, gesundes Bewegen und Yoga.  Immer dabei, viele Praxistipps und viel Humor! Bewegungsentwicklung , Yoga Anatomie KIDS und die Prävention von Haltungsfehlern sind ihre Spezialgebiete.

Im „Schulfit Programm“  gibt Veronika Winter Tipps rund um das Schulalter wie zum Beispiel zu richtigem Sitzen, Rückengesundheit und Konzentrationshilfen.

 

 

                              

 

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