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Kindersicher wohnen
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Kinder verbringen durchschnittlich 80 bis 90 Prozent ihrer Zeit in geschlossenen Räumen. Sobald Babys mobil werden und anfangen zu robben oder zu krabbeln, entdecken sie ihre Umgebung mit großer Neugier – und plötzlich wird aus dem gemütlichen Zuhause ein spannender Abenteuerspielplatz. Gleichzeitig steigt jedoch auch das Unfallrisiko. Deshalb ist es wichtig, die eigenen vier Wände rechtzeitig kindersicher zu gestalten. Denn ab dem ersten Lebensjahr zählen Unfälle – insbesondere Stürze und Ertrinkungsunfälle – zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern.
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So wird dein Zuhause zur sicheren Entdeckerwelt
Kaum beginnt ein Baby zu robben oder zu krabbeln, verändert sich der Blick auf die eigene Wohnung schlagartig. Was für Erwachsene selbstverständlich und ungefährlich erscheint, kann für kleine Kinder schnell zum Risiko werden.
Die gute Nachricht: Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Zuhause deutlich sicherer gestalten, ohne dass die Kleinen in ihrer Neugier eingeschränkt werden.
Nützlicher Tipp: Betrachte deine Wohnung einmal aus der Perspektive deines Kindes. Geh dazu in die Hocke oder krabble selbst durch die Räume. Plötzlich fallen Dinge auf, die vorher kaum beachtet wurden – herunterhängende Kabel, offene Steckdosen, scharfe Kanten oder dekorative Gegenstände, die leicht heruntergezogen werden können.
Kinder entwickeln sich unglaublich schnell. Was gestern noch unerreichbar war, wird morgen mit einem kleinen Kletterversuch problemlos erreicht. Deshalb lohnt es sich, die Wohnung regelmäßig auf neue Gefahrenquellen zu überprüfen und die Sicherheitsmaßnahmen anzupassen.
Die größten Gefahren im Haushalt
Die meisten Unfälle mit Kindern passieren nicht draußen auf dem Spielplatz, sondern in den eigenen vier Wänden. Besonders häufig kommt es zu Stürzen, Vergiftungen, Verbrennungen, Schnittverletzungen oder dem Verschlucken kleiner Gegenstände. Vor allem Küche, Badezimmer, Treppen und Wohnzimmer verdienen deshalb besondere Aufmerksamkeit.
Die Küche – spannend, aber gefährlich
Kinder möchten dort sein, wo sich das Familienleben abspielt. Gerade die Küche übt deshalb eine große Anziehungskraft aus. Heiße Töpfe, Backofen, Messer oder Reinigungsmittel bergen jedoch erhebliche Risiken.
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Achte darauf, Topfgriffe immer nach hinten zu drehen und heiße Speisen oder Getränke nicht am Rand der Arbeitsplatte oder des Tisches abzustellen. Ein Herdschutzgitter kann zusätzlich verhindern, dass Kinder nach Töpfen greifen.
Messer und andere scharfe Küchenutensilien gehören sofort nach Gebrauch außer Reichweite.
Putzmittel sollten grundsätzlich in verschlossenen Schränken oder hoch oben aufbewahrt werden. Wer keine verschließbaren Schränke hat, kann bereits um kleines Geld verschiedene Laden- und Schranksperren anbringen.
Größere Kinder helfen oft begeistert beim Kochen und Backen mit – beispielsweise auf einem Lernturm. Das fördert ihre Selbstständigkeit und macht ihnen viel Spaß. Achte dabei auf altersgerechte Aufgaben und kindgerechte Küchenutensilien. Mit speziellen Kindermessern können schon kleine Helfer weiches Obst oder Gemüse sicher schneiden. Natürlich sollten Kinder dabei immer unter Aufsicht bleiben.
Treppen, Fenster und Möbel sichern
Treppen zählen zu den häufigsten Unfallquellen im Haushalt. Treppenschutzgitter am oberen und unteren Treppenabsatz bieten hier einen wirksamen Schutz. Wer rutschige Treppen hat kann eigene Antirutschstreifen oder -winkel anbringen
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Regale, Kommoden und Fernseher sollten fest mit der Wand verbunden werden. Kinder nutzen Möbel gerne zum Hochziehen oder Klettern – eine Kippsicherung kann hier schwere Unfälle verhindern.
Auch Fenster sollten gegen unbeabsichtigtes Öffnen gesichert sein. Hier findet ihr einen ausführlichen Artikel über das Sichern von Fenster und Balkon
Kleine Dinge – großes Risiko
Kinder erkunden ihre Umgebung mit allen Sinnen. Besonders kleine Gegenstände landen deshalb schnell im Mund. Münzen, Knopfbatterien, Magnete, Schmuck oder kleine Spielzeugteile sollten niemals offen herumliegen. Gleiches gilt für Medikamente, Zigaretten oder E-Zigaretten, Alkohol und andere gesundheitsschädliche Stoffe.
Auch das Badezimmer braucht Aufmerksamkeit
Im Badezimmer lauern gleich mehrere Gefahren. Wasser kann bereits in kleinen Mengen gefährlich werden. Deshalb sollte ein Kind niemals unbeaufsichtigt in der Badewanne sitzen – auch nicht für wenige Sekunden. Verwende außerdem ein Badethermometer, um die ideale Temperatur zu finden und Verbrühungen zu vermeiden.
Mit Thermostat-Badewannenarmaturen kannst du das Baden ebenfalls sicherer machen. Die Wassertemperatur kann konstant gehalten werden und es muss ein Knopf gedrückt werden, wenn man die Temperatur höher als 38°C stellen möchte. So kann während dem Spielen in der Badewanne nicht versehentlich die Temperatur höher gestellt werden.
Die Badewanne oder Dusche kann schnell zur Stolperfalle werden. Spezielle Anti-Rutsch-Matten verhinden ein Ausrutschen auf den nassen Materialien.
Zusätzlich empfiehlt es sich, Medikamente, Kosmetikartikel und Reinigungsmittel sicher zu verstauen.
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Das Wichtigste bleibt die Aufsicht
Kindersicherungen, Schutzgitter und Schrankverschlüsse sind wertvolle Helfer, können die Aufmerksamkeit der Eltern jedoch nicht ersetzen. Kinder sind neugierig, kreativ und oft schneller, als man denkt. Ein wachsames Auge ist deshalb der beste Schutz.
Ein kindersicheres Zuhause bedeutet nicht, jede Ecke zu entschärfen oder jede Entdeckung zu verhindern. Vielmehr geht es darum, eine Umgebung zu schaffen, in der Kinder ihre Welt möglichst frei und gleichzeitig sicher erkunden können. Denn genau dafür ist ein Zuhause da: zum Spielen, Lernen und Großwerden.








