Gesund & Satt

Kaum wird es draußen kälter, beginnt in vielen Familien die Schnupfenzeit. Die Nase läuft, der Husten raubt allen den Schlaf und besonders bei Babys kann schon eine verstopfte Nase ganz schön anstrengend werden. Die gute Nachricht: Oft braucht es gar nicht viel, um Beschwerden zu lindern. Hausmittel-Expertin und Buchautorin Claudia Schauflinger verrät ihre liebsten Tipps für kleine Schnupfennasen.

Hausmittel: Kleine Helfer mit großer Wirkung

Nicht jeder Schnupfen braucht gleich ein Medikament. Gerade bei unkomplizierten Erkältungen können einfache Hausmittel das Wohlbefinden verbessern und den kleinen Körper beim Gesundwerden begleiten.

„Was ich an Hausmitteln besonders mag: Wir Eltern können selbst etwas tun. Wir müssen nicht bei jedem kleinen Wehwehchen sofort etwas kaufen, sondern haben oft schon alles zu Hause, was wir brauchen“, erzählt Claudia Schauflinger, Autorin des Bestsellers Bäuchlein-Öl und Zwiebelsocken.

Dabei geht es nicht nur um die Anwendung selbst. Wärme, Ruhe, Nähe und Zuwendung sind mindestens genauso wichtig. Und auch Kinder lernen dabei schon früh, auf ihren Körper zu hören und wahrzunehmen, was ihnen guttut.

Babyschnupfen: Wenn die kleine Nase verstopft ist

Gerade für Babys ist Schnupfen besonders unangenehm. Ihre Nasengänge sind noch sehr eng und sie können sich natürlich nicht selbst die Nase putzen. Das erschwert oft das Trinken und Schlafen.

Was jetzt hilft:

  • Kochsalzlösung: Sterile, altersgerechte Kochsalz-Nasentropfen aus der Apotheke befeuchten die Schleimhäute und helfen, festsitzendes Sekret zu lösen.

  • Frische Luft: Regelmäßiges Lüften und Spaziergänge an der frischen Luft tun gut. Besonders trockene Heizungsluft kann die gereizten Schleimhäute zusätzlich belasten.

  • Aufrecht tragen: In der Babytrage oder auf dem Arm fällt vielen Babys das Atmen leichter.

  • Viel Nähe: Kuscheln, Tragen und ausreichend Ruhe helfen, die anstrengenden Schnupfentage gemeinsam durchzustehen.

Gastartikel SChnupfen Erkaeltung Hausmittel Zwiebel(c) Iris Kagerer

Claudias Lieblingstipp: Das Zwiebelsäckchen

Die Zwiebel ist für Claudia ein echter Hausmittel-Klassiker. Besonders beliebt ist das Zwiebelsäckchen, das traditionell bei Schnupfen verwendet wird.

So einfach geht’s:

Eine Zwiebel schälen, klein schneiden und die Stücke in einen sauberen Waschhandschuh oder ein kleines Baumwollsäckchen füllen. Gut verschließen und mit ausreichend Abstand zum Babybett aufhängen, außerhalb der Reichweite des Kindes.

Die Sekrete werden verflüssigt, der Schleim kann abfließen.

Der intensive Zwiebelgeruch ist am nächsten Morgen rasch wieder ausgelüftet.

Husten: Wärme, Zuwendung und ein bisschen Honig

Husten klingt bei kleinen Kindern oft schlimmer, als er ist. Dabei erfüllt er eine wichtige Aufgabe: Der Körper versucht, Schleim und Krankheitserreger aus den Atemwegen zu befördern. Bei einem unkomplizierten Erkältungshusten können Wärme, Ruhe und ausreichend Flüssigkeit guttun.

Zwiebelsaft – ein Klassiker aus der Küche

Ein traditionelles Hausmittel ist selbst gemachter Zwiebelsaft. Dafür wird eine Zwiebel klein geschnitten und mit etwas Zucker oder Honig vermischt. Nach einiger Zeit bildet sich ein süßer Saft.

Wichtig: Honig ist für Babys unter zwölf Monaten tabu! Auch selbst gemachter Zwiebelsaft mit Honig darf ihnen deshalb nicht gegeben werden.

Wohltuende Wärme

Auch sanfte Berührungen können helfen. Eine ruhige Massage mit einem neutralen Pflanzenöl oder ein angenehm warmer Wickel kann für größere Kinder entspannend sein.

Wichtig ist, dass die Anwendung zum Alter des Kindes passt und niemals zu heiß ist. Ausführliche Informationen dazu findest du in Claudias Büchern.

Gastartikel SChnupfen Erkaeltung Hausmittel Waerme(c) Iris Kagerer

Was stärkt das Immunsystem unserer Kinder?

Viele Eltern wünschen sich gerade im Herbst einen Geheimtipp, damit der nächste Infekt möglichst lange auf sich warten lässt.

Doch den einen Immun-Booster gibt es nicht.

Viel wichtiger sind die einfachen Dinge des Alltags:

  • Bewegung und freies Spielen an der frischen Luft

  • ausreichend Schlaf und Erholung ohne Screentime

  • abwechslungsreiche, altersgerechte Ernährung

  • Zeit zum Kuscheln, Lachen und Entspannen

  • altersgerechte Impfungen und gute Händehygiene

Und eines sollten wir nicht vergessen: Gerade kleine Kinder werden immer wieder krank. Das ist normal und bedeutet nicht automatisch, dass ihr Immunsystem schwach ist.

„Mir ist wichtig, dass Kinder lernen, ihren Körper wahrzunehmen. Brauche ich Ruhe? Ist mir kalt? Tut mir Wärme gut? Dieses Wissen über den eigenen Körper ist etwas, das wir ihnen von klein auf mitgeben können“, erklärt Claudia.

Und noch etwas liegt Claudia besonders am Herzen:

„Wenn ein Kind sagt, etwas ist zu heiß, zu fest, zu scharf oder einfach unangenehm – unbedingt hinhören!“

Hausmittel sollen guttun. Sie dürfen niemals nach dem Motto „Da musst du jetzt durch“ angewendet werden.

Denn auch das gehört zur Selbstwirksamkeit: Kinder ernst nehmen und ihnen vermitteln, dass ihre Wahrnehmung ihres eigenen Körpers zählt.

Wann zum Arzt? Bei Atemnot, auffälliger Schläfrigkeit, Trinkschwäche oder Anzeichen von Austrocknung ist rasche medizinische Abklärung wichtig. Babys unter drei Monaten mit einer Temperatur ab 38 °C müssen umgehend ärztlich untersucht werden. Auch bei anhaltendem Fieber, einer deutlichen Verschlechterung oder wenn Eltern sich Sorgen machen, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Hausmittel können mehr als Beschwerden lindern

Hausmittel ersetzen keine medizinische Behandlung, wenn diese notwendig ist. Aber sie können bei unkomplizierten Beschwerden eine wertvolle Unterstützung sein.

Und sie vermitteln Eltern etwas Wichtiges: Ich kann selbst etwas tun.

„Es geht nicht darum, jede Erkältung möglichst schnell wegzubekommen. Es geht darum, unsere Kinder liebevoll zu begleiten, ihre Beschwerden zu lindern und ihnen zu zeigen, dass sie selbst etwas zu ihrem Wohlbefinden beitragen können.“


Über die Autorin

Gastautorin Claudia Schauflinger(c) Clemens Fabry

Claudia Schauflinger ist Autorin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit traditionellen, kindgerechten Hausmitteln.
Auf ihrem Blog kinderhausmittel.com zeigt sie, wie Eltern mit einfachen Zutaten und alltagstauglichen Rezepten ihre Kinder bei typischen Beschwerden begleiten können.
In ihren Büchern „Bäuchlein-Öl und Zwiebelsocken“ und „Toni und der Bärenschnupfen“ finden Eltern zahlreiche Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Hausmittel-Apotheke zu Hause und unterwegs.

Weitere Tipps und Rezepte gibt es auf ihrer Website kinderhausmittel.com.

Gastartikel SChnupfen Erkaeltung Hausmittel Buch

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