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Schlaf Baby, schlaf - Praktische Tipps und Wissenswertes rund um DAS Thema von Babyeltern
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Kaum ein Thema beschäftigt frischgebackene Eltern so sehr wie der Schlaf ihres Babys. Wie viel Schlaf ist normal? Warum wacht mein Baby nachts so oft auf? Und was kann ich tun, damit wir alle etwas mehr Ruhe bekommen?
Die gute Nachricht: Jedes Baby entwickelt seinen Schlafrhythmus ganz individuell. Viele Verhaltensweisen, die Eltern zunächst verunsichern, sind völlig normal. Mit dem richtigen Wissen lassen sich Erwartungen realistischer einschätzen und der Familienalltag oft deutlich entspannter gestalten. In diesem Artikel teilen wir Erfahrungen aus unserem Familienalltag sowie praktische Tipps, die euch im Umgang mit dem Thema Babyschlaf unterstützen können.
(c) Minnie Zhou
Wie viel Schlaf braucht mein Kind?
Jedes Kind ist anders und wie bei allen Entwicklungschritten gibt es eine große Bandbreite. Manche Babys gehen mit acht Monaten, andere erst mit 18 Monaten. Genauso ist es beim Schlaf. Jedes Kind hat seinen eigenen Schlafbedarf.
Durchschnittswerte können Orientierung bieten, ersetzen aber nicht die Beobachtung des eigenen Kindes:
- Neugeborene bis 3 Monate: 14 bis 17 Stunden
- 4 bis 11 Monate: 12 bis 15 Stunden
- 1 bis 2 Jahre: 11 bis 14 Stunden
- 3 bis 5 Jahre: 10 bis 13 Stunden
Babys haben zwar eine innere Uhr, die ist allerdings noch nicht an den Tag-Nacht-Rhythmus von Erwachsenen angepasst. So sind Schlafenszeiten oft unregelmäßig über Tag und Nacht verteilt. Babys schlafen anders als Erwachsene, deswegen bedeutet nächtliches Erwachen nicht automatisch ein Schlafproblem. Oft benötigen Babys Nahrung, Nähe oder Unterstützung beim Wiedereinschlafen.
Für den Nachtschlaf ist es hilfreich das Zimmer abzudunkeln. Das hilft dabei einen Tag-Nacht-Rhythmus zu etablieren, so dass sich längere Schlafphasen auf die Nacht erstrecken können und tagsüber längere Wachphasen möglich sind.
Vor allem bei größeren Kindern hängt Tag- und Nachtschlaf eng zusammen: Je länger ein Kind tagsüber ruht, umso weniger Schlaf braucht es in der Nacht und umgekehrt. Am besten beobachten Eltern ihr Kind eine Zeit lang genau, um zu erkennen ob ein Mittagsschlaf zu lang, zu kurz oder sogar überflüssig ist.
Tipp: Das Buch "Babyjahre" von dem schweizer Kinderarzt Remo Largo wird von vielen Eltern und Fachleuten als Standardwerk empfohlen, wenn es um die kindliche Entwicklung geht. Das Buch kann dabei helfen, den Druck von den Eltern zu nehmen und Entwicklungsschritte besser zu verstehen.
Rhythmus, Rhythmus, Rhythmus
Geht es dir auch so? Als frischgebackene Babymama liest man oft „Das Baby braucht einen Rhythmus“. Doch viele Babys haben einfach keinen (erkennbaren) Rhythmus. Die Nächte sind anstrengend und tagsüber läuft man als schlafwandelnder Schatten seiner selbst herum.
Manchmal kann es helfen ein Schlafprotokoll zu führen, um das Baby besser zu verstehen. Notiert euch beispielsweise:
- Wann wird mein Baby müde?
- Wann ist es besonders unruhig oder hungrig?
- Wann schläft es besonders gut?
- Welche Einschlafhilfe funktioniert?
- Gibt es bestimmte Muster?
Oft zeigen sich nach einigen Tagen erste Zusammenhänge, die den Alltag erleichtern können.
Tipp: Hier findest du eine Vorlage für ein Schlafprotokoll
Ab wann braucht mein Kind keinen Mittagsschlaf mehr?
Auch diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden.
Ist dein Kind abends nicht müde und kann daher nicht einschlafen, so war der Mittagsschlaf vielleicht zu lang. Dann könnt ihr probieren, die Schlafzeit zu verkürzen oder den Mittagsschlaf wegzulassen. Der wichtigste Anhaltspunkt für das Weglassen des Mittagsschlafes: Ist das Kind ohne Mittagsschlaf bis zum Abend hin zufrieden und interessiert an seiner Umgebung, kann man den Mittagsschlaf kürzen oder ganz weglassen. Wird es am späteren Nachmittag weinerlich oder grantig, dann empfiehlt sich doch noch ein Tagschläfchen.
Je älter ein Kind wird, desto weniger Schlaf braucht es tagsüber. Bei Zweijährigen genügt bereits oft eine Pause, in der sie ruhig spielen oder ein Buch anschauen, um wieder aufzutanken. Manche brauchen mit 4 Jahren noch ein kurzes Schläfchen tagsüber.
Die Entwicklung muss dabei auch nicht linear verlaufen. Spannende Ereignisse wie der Eintritt in den Kindergarten oder nach einer Krankheit kann es sein, dass vielleicht wieder ein Mittagsschlaf von Nöten ist. Beobachtet eure Kinder und ermöglicht ihnen Pausen zu machen, wenn sie Pausen brauchen!
(c) Daiga Ellaby
Praxistipps für einen guten Babyschlaf
1. Auf Müdigkeitssignale achten
Müdigkeitssignale können je nach Alter und Temperament unterschiedlich aussehen. Viele Babys zeigen zunächst frühe Signale, bevor sie deutlich müde oder sogar übermüdet werden. Achte auf frühe Müdigkeitssignale wie weniger Interesse an der Umgebung, Vermeidung von Blickkontakt, ins Leere starren, Gähnen, leichte Unruhe oder Quengeln und reagiere, denn übermüdete Babys schlafen häufig schlechter ein und wachen öfter auf.
2. Rituale schaffen
Ein festes Ritual vermittelt Sicherheit. Bereits im Baby-Alter kann man ein Abend-Ritual einführen wie z.B. der Gang ins Badezimmer, noch einmal Windel wechseln und sauber machen und einen Pyjama anziehen. Natürlich tragen Babys den ganzen Tag über bequeme Sachen mit denen sie auch problemlos nachts schlafen könnten, aber alleine das wechseln der Kleidung symbolisiert, dass ein Tagesabschnitt endet und ein neuer beginnt.
Ab ca. 1 Jahr könnt ihr auch beginnen gemeinsam noch ein Bilderbuch anzusehen. Je älter die Kinder werden, desto länger können auch die Geschichten werden. Selbst wenn Kinder bereits in der Volksschule sind und selbst lesen können, genießen sie oft noch die Nähe und das Vorlesen! Wir Erwachsenen hören ja auch manchmal ein Hörbuch, anstatt selbst das Buch zu lesen. Vorlesen ist also in jedem Alter schön! Warum Vorlesen wichtig ist, erklären wir in diesem Artikel.
3. Für Tageslicht sorgen
Natürliches Tageslicht unterstützt die Entwicklung des Tag-Nacht-Rhythmus. Ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft tut deshalb nicht nur Eltern, sondern auch Babys gut.
4. Die Schlafumgebung optimieren
Eine angenehme Schlafumgebung kann das Einschlafen erleichtern. Empfohlen werden:
- ruhige Umgebung
- dunkler Raum für den Nachtschlaf
- Raumtemperatur von etwa 16 bis 18 °C
- passender Schlafsack statt Decke
Hier findest du Tipps, für die Wahl des richtigen Schlafsacks.
5. Nähe schenken
Babys haben ein großes Bedürfnis nach Geborgenheit. Körperkontakt, Kuscheln und eine liebevolle Begleitung beim Einschlafen geben Sicherheit und können das Einschlafen erleichtern.
6. Für ausreichend Bewegung sorgen
Altersgerechte Bewegung, frische Luft und verschiedene Sinneseindrücke fördern die gesunde Entwicklung und können sich positiv auf den Schlaf auswirken.
7. Auf eine ausgewogene Ernährung achten
Oft besteht die Annahme, dass Babys durch eine höhere Nahrungsaufnahme am Abend länger durchschlafen und das nächtliche Verlangen nach der Brust oder Flasche in erster Linie auf Hunger zurückzuführen ist. Aus entwicklungsphysiologischer Sicht ist das nächtliche Stillen jedoch weit mehr: Es dient der Regulation, vermittelt Geborgenheit und Sicherheit und unterstützt die Bindungsentwicklung.
Insbesondere bei älteren Babys und Kleinkindern trägt eine ausgewogene Ernährung zu einem gesunden Schlaf bei. Schwere oder sehr üppige Mahlzeiten unmittelbar vor dem Schlafengehen können hingegen das Einschlafen und die Schlafqualität beeinträchtigen.
8. Realistische Erwartungen haben
Viele Eltern erleben häufiges nächtliches Aufwachen, Einschlafstillen oder ein Baby, das nur mit Körperkontakt schlafen möchte. All das ist zunächst kein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft. Die Schlafentwicklung verläuft bei jedem Kind unterschiedlich und braucht Zeit.
Tipp: "Schlaf gut, Baby! Der sanfte Weg zu ruhigen Nächten" von Nora Imlau und Herbert Renz-Polster

Mit ihrem Buch "Schlaf gut, Baby!" haben Nora Imlau und Herbert Renz-Polster ein umfassendes Werk zum Thema geschaffen. Nicht nur Babys Schlafverhalten wird beleuchtet, sondern auch das von Kindern bis sechs Jahre.
Wer die Autoren kennt, der weiß, was sie von Schlaflernprogrammen a la "Jedes Kind kann schlafen lernen" halten. Dementsprechend findest du hier keine Anleitung, wie du dein Kind zum Schlafen bringst, sondern bekommst viel Hintergrundinformation zum Thema (wie z.B. Schlaf aus Sicht der Evolution) aber auch Einschlafhilfen für unterschiedliche Altersgruppen.
Insgesamt macht das Buch Mut und rät gelassener mit dem "brennenden" Thema umzugehen.








