Unterwegs mit Baby
Durch Wind und Wetter tragen: Die besten Tragetipps für kühle Tage
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Wenn es draußen kalt wird, gibt es kaum etwas Schöneres, als das eigene Baby ganz nah bei sich zu tragen. Eingekuschelt an Mamas oder Papas Brust spürt es die vertraute Wärme, hört den beruhigenden Herzschlag und kann die Welt in seinem eigenen Tempo entdecken. Und überall, wo ihr auf große Menschenmassen trefft, ist es oft einfacher ohne Kinderwagen unterwegs zu sein. Mit Tragetuch oder Babytrage seid ihr da meist flexibler.
Damit ihr die kalte Jahreszeit gemeinsam genießen könnt, kommt es vor allem auf die richtige Kleidung, einen guten Kälteschutz und eine sichere Trageposition an. Denn so gemütlich die Nähe auch ist: Das Baby soll weder frieren noch überhitzen und jederzeit frei atmen können. Wir verraten euch, worauf ihr beim Babytragen an kalten Tagen achten solltet.
Was ziehe ich meinem Baby beim Tragen an kalten Tagen an?
Eine der wichtigsten Fragen in der kalten Jahreszeit lautet: Wie warm muss mein Baby angezogen sein, wenn ich es in einer Tragehilfe oder einem Tragetuch trage?
Die gute Nachricht: Euer Körper spendet dem Baby zusätzliche Wärme. Deshalb braucht es in der Trage häufig weniger zusätzliche Kleidung, als ihr zunächst vermuten würdet. Entscheidend ist, wie kalt es draußen ist, wie lange ihr unterwegs seid und ob das Baby direkt unter der Jacke oder mit einem separaten Tragecover getragen wird.
(c) Daniel Snipes
Der Zwiebellook: Schicht für Schicht zur Wohlfühltemperatur
Bei der Wahl der Kleidung hat sich der Zwiebellok schon vielfach bewährt. (Zum Artikel "So ziehst du dein Baby im Herbst richtig an"). Mehrere dünne Kleidungsschichten lassen sich leichter an die Temperatur anpassen als ein einziger dicker Winteranzug. So kannst du bei einem längeren Spaziergang ebenso flexibel reagieren wie beim spontanen Abstecher in ein warmes Café.
Jedes Baby hat zudem sein eigenes Kälteempfinden. Manche Babys frieren recht schnell, während andere gleich mal ins Schwitzen kommen. Das Schicht-für-Schicht Prinzip macht es möglich, relativ unkompliziert Westen, Jäckchen, Hosen wegzulassen oder drüberzuziehen.
Wichtig: Die Tragehilfe oder das Tragetuch selbst bildet ebenfalls eine zusätzliche Schicht. Wird das Baby unter der Jacke getragen, kommt außerdem eure Körperwärme hinzu. Passt die Kleidung deshalb an die tatsächlichen Bedingungen an, statt vorsorglich möglichst viele Schichten anzuziehen.
Auf die richtigen Materialien achten
Atmungsaktive Materialien können helfen, Feuchtigkeit abzuleiten und die Temperatur auszugleichen. Wolle und Woll-Seide sind deshalb beliebte Optionen für die kalte Jahreszeit. Auch Baumwolle kann sich als Basisschicht eignen. Für zusätzliche Wärme bieten sich beispielsweise Wollfleece oder Wollwalk an.
Auch wenn sie süß aussehen, sind Plüschanzüge mit Teddyohren aus Polyester fürs Tragen nicht geeignet. Auch sehr dicke, wattierte Schneeanzüge sind häufig unpraktisch, können zu einem Wärmestau führen und die Bewegungsfreiheit einschränken.
Unser Tipp: Kontrolliert regelmäßig den Nacken oder den oberen Rücken des Babys. Fühlt sich die Haut dort angenehm warm und trocken an, ist das ein guter Anhaltspunkt. Ist sie heiß oder feucht, solltet ihr eine Schicht entfernen. Kühle Hände oder Füße allein sind dagegen kein zuverlässiger Hinweis darauf, dass das Baby friert.
Babys Füßchen und Kopf warm halten
Über den Kopf kann Wärme verloren gehen, deswegen immer auch an eine an die Temperatur angepasste Haube (dünne Baumwollhaube oder dicke Wollmütze) denken.
Beim Tragen rutschen Hosenbeine manchmal hoch, sodass Knöchel und Unterschenkel frei liegen. Warme Söckchen, weiche Booties, Lammfellstiefelchen oder zusätzliche Beinstulpen schaffen hier Abhilfe. Achtet darauf, dass nichts einschnürt und die Kleidung ausreichend Bewegungsfreiheit bietet.
(c) Tim Mossholder
Tragekleidung für Mamas und Papas
Wenn ihr euer Baby in der kalten Jahreszeit häufig trägt, lohnt es sich, über einen geeigneten Wetterschutz nachzudenken. Grundsätzlich gibt es zwei praktische Möglichkeiten: eine spezielle Tragejacke oder ein Tragecover.
Die Tragejacke: Gemeinsam warm durch den Winter
Für Trageeltern ist eine spezielle Tragejacke eine sich lohnende Investition. Sie wird über euch und eurem Baby getragen und schützt euch beide vor Wind und Kälte. Die gemeinsame Jacke ersetzt den Wollanzug beim Baby und ist rasch angezogen.
Vorteil: Ihr könnt die Jacke unkompliziert öffnen oder ausziehen, wenn ihr einen warmen Innenraum betretet und das Baby kann beim Wechsel zwischen drinnen und draußen entspannt in der Trage bleiben, weil es nicht erst umgezogen werden muss.
Das Tragecover: Flexibler Wetterschutz für unterwegs
Ein Tragecover ist eine praktische Alternative zur Tragejacke. Es wird über dem getragenen Baby befestigt und schützt es vor Wind und Kälte. Je nach Modell lässt es sich mit unterschiedlichen Tragetüchern und Tragehilfen kombinieren.
Das Cover könnt ihr über eurer eigenen Jacke verwenden und bei Bedarf schnell abnehmen. Dadurch eignet es sich besonders für Eltern, die nur gelegentlich tragen oder ihre normale Winterkleidung weiterverwenden möchten. Kreative Eltern legen selbst Hand an. Im Internet gibt es einige Anleitungen und Schnittmuster zum Nähen eines Tragecovers.
Ob Tragejacke oder Cover – welche Lösung besser zu euch passt, hängt von eurem Alltag, euren persönlichen Vorlieben und der Häufigkeit des Tragens ab.
Sicherheit geht vor: Freie Atemwege und die richtige Position
Wichtig: Das Baby muss in der Trage jederzeit sicher sitzen und ungehindert atmen können.
Beachtet deshalb folgende Punkte:
- Nase und Mund dürfen nicht verdeckt werden, das Gesicht bleibt sichtbar. Schließt die Jacke nur so weit, dass sie wärmt ohne das Gesicht einzuengen und die Luftzirkulation zu behindern.
- Das Kinn des Babys liegt nicht auf der Brust, um die Atemwege nicht einzuengen.
- Das Baby sitzt eng und gut gestützt: Es sollte nicht in sich zusammensacken. Rücken und Kopf müssen entsprechend dem Entwicklungsstand unterstützt werden.
- Kontrolliert regelmäßig Position und Atmung. Besonders bei Neugeborenen und jungen Säuglingen ist diese Kontrolle wichtig, da sie ihren Kopf noch nicht zuverlässig selbst halten können.
(c) Getty Images
Unser Fazit: Kuschelig warm und sicher durch kalte Tage
Mit der richtigen Kleidung, einem passenden Wetterschutz und einer sicheren Trageposition steht gemütlichen Winterspaziergängen nichts im Weg. Der Zwiebellook, atmungsaktive Materialien und eine gut sitzende Tragejacke oder ein Tragecover helfen euch dabei, flexibel auf wechselnde Temperaturen zu reagieren.
Das Wichtigste bleibt jedoch, dass dein Baby jederzeit frei atmen kann, gut gestützt sitzt und weder auskühlt noch überhitzt.
So könnt ihr auch die kalte Jahreszeit gemeinsam genießen!









