Gesund & Satt
Themenstrecke Babys Milch und Beikost - Teil 2 - Korrektes Anlegen und Stillpositionen
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Im 2. Teil unserer Themenstrecke „Stillen und Beikost“ geben wir euch Tipps zum korrekten Anlegen und zeigen euch verschiedene Stillpositionen. Gerade am Anfang benötigt das Stillen ein bisschen Übung und es dauert, bis sich Mutter und Baby eingespielt haben. Zum Glück helfen aber auch die angeborenen Reflexe des Kindes dabei.
Eines vorweg: Nicht jede Frau will und kann stillen. Ob du stillst, nicht stillst oder dein Baby teilweise stillst, sagt nichts darüber aus, was für eine Mutter du bist. Niemand muss sich dafür rechtfertigen.
(c) Curated Lifestyle
Erfolgreich Stillen
Zentral für das Stillen ist das sogenannte Stillmanagement. Im ersten Teil unserer Serie haben wir euch bereits Tipps für den Stillstart gegeben. Die aktuell gültige Empfehlung lautet: Gestillt wird immer nach Bedarf und NIE nach der Uhr.
Wunde Brustwarzen vermeiden durch korrektes Anlegen
Wunde Brustwarzen betreffen vor allem in den ersten Tagen und Wochen viele Frauen. Das korrekte Anlegen des Babys kann dabei helfen, wunde Brustwarzen zu vermeiden bzw. Beschwerden zu lindern.
Das Baby sollte beim Anlegen möglichst viel Brustgewebe im Mund haben, dabei sollte der Mund des Babys weit geöffnet und die Lippen im besten Fall ausgestülpt sein.
Hast du beim Anlegen und/oder während des Stillens Schmerzen oder wunde Brustwarzen, kontaktiere eine Stillberaterin oder Hebamme! Das Stillen sollte keine Schmerzen verursachen!
Sofortmaßnahmen bei wunden Brustwarzen: Wechsle regelmäßig die Stilleinlagen und achte auf ausreichend Hygiene. Milch darf gerne an der Brust eintrocknen. Versuche zusätzliche Reibung durch Kleidung zu vermeiden bzw. zu minimieren.
Welche Stillpositionen sind möglich?
Achte zuerst auf eine bequeme Position, in der du für längere Zeit entspannt verweilen kannst, sowie eine angenehme Atmosphäre. Kissen und/oder Stillkissen können es bequemer machen, sind aber kein Muss. Lege dir auch vorab alles bereit, was du brauchen könntest: eine Decke, etwas zu Trinken, eine Kleinigkeit zu Essen, Taschentücher etc.
Das Anlegen kann von der Mutter oder dem Kind gesteuert werden.
Laid Back / Intuitives Stillen
Beim intuitiven, vom Baby gelenkten Anlegen sitzt die Mutter halbaufrecht (etwa 15 bis 45 Grad nach hinten geneigt) auf einem Sessel oder am Sofa. Das Baby liegt auf dem Bauch zwischen den Brüsten auf dem Oberkörper. Den Po oder Rücken des Babys kannst du sanft mit deinen Händen stützen. Dein Baby wird nun durch den Hautkontakt und seine Instinkte von alleine nach der Brustwarze suchen, den Kopf heben und andocken.
Der Vorteil dieser Position liegt darin, dass das Baby durch die Schwerkraft fest an deinen Körper gezogen wird und so weniger leicht wunde Brustwarzen entstehen. Außerdem werden die angeborenen Such- und Saugreflexe des Neugeborenen voll aktiviert.
(c) Jonathan Borba
Anlegen durch die Mutter
Legt die Mutter das Baby an die Brust, kann sie dabei liegen oder sitzen.
So geht's: Positioniere dein Baby so, dass sein Körper dir zugewandt und der Blick frontal auf die Brust gerichtet ist. Positioniere seine Nase vor deiner Brustwarze. Dadurch muss das Baby den Kopf leicht nach hinten neigen und den Mund weit öffnen. Achte darauf, dass du dein Baby dabei nicht zu stark im Nacken hältst. Die Brustwarze liegt so weit hinten im Mund am weichen Gaumen - sie wird dadurch mechanisch nicht zu sehr beansprucht und dein Baby kann gut Milch gewinnen.
Mittels C-Griff kann die Mutter dem Kind das Andocken an der Brust erleichtern. Forme dafür mit der Hand ein C: 4 Finger stützen die Brust 3 bis 4 Zentimeter hinter der Brustwarze von unten, der Daumen liegt oben. Führe das Baby zur Brust und berühre die Lippen des Babys mit der Brustwarze, bis es den Mund öffnet, und ziehe es dann sanft heran.
Grundpositionen:
- Die klassische Wiegehaltung: ist die häufigste Stillhaltung, obwohl nicht unbedingt die einfachste. Die Mutter sitzt aufrecht und hält das Baby, welches im Rücken gestützt wird. Der Kopf des Babys ruht in der Armbeuge der Mutter. Wichtig bei dieser Position ist eine gute Stütze für die Mutter, damit sie bequem sitzen kann. Ein Nachteil der Position ist, dass der Kopf des Babys schlecht bis nicht geführt werden kann.
- Die modifizierte Wiegehaltung: auch hierbei sitzt die Mutter aufrecht, mit dem Unterschied, dass der Kopf des Babys in der Hand der Mutter liegt und somit wesentlich besser geführt werden kann.
(c) Curated Lifestyle
- Die Rückenhaltung/Football Haltung: Dabei zeigen die Beine des Babys zum Rücken der Mutter. Der Vorteil ist, dass der Kopf gezielter zur Brust der Mutter gezogen werden kann. Diese Haltung eignet sich auch gut nach einem Kaiserschnitt oder zum Tandemstillen.
- Stillen im Liegen: Diese Position ist sehr praktisch, vor allem nachts, benötigt jedoch meist etwas Übung von beiden Seiten. Baby und Mutter liegen seitlich eng Bauch an Bauch. Im besten Fall sind beide im Rücken gestützt. Am leichtesten ist es, wenn du diese Position bereits untertags bei Licht übst, dann funktioniert das Stillen im Liegen auch nachts bald.
(c) Leighann Blackwood
Um die Brustwarzen zu schonen und auch, um in verschiedenen Situationen bestmöglich stillen zu können, lohnt es sich, verschiedene Stillpositionen auszuprobieren und auch immer wieder anzuwenden.
Anlaufstellen rund ums Stillen
In Österreich gehören Hebammen, Stillberater:innen, Stillambulanzen und Stillgruppen zu den wichtigen Anlaufstellen rund um die erste Zeit mit Baby.
Stillvorbereitungskurse findest du unter anderem hier:
Auch Krankenhäuser wie das Sankt Josef Krankenhaus, die Klinik Hietzing oder die Klinik Landstraße bieten Kurse zur Stillvorbereitung.
Stillberaterinnen in deiner Nähe findest du hier:
Hebammen in deiner Nähe findest du hier:
Quellen
EISL - Europäisches Institut für Stillen und Laktation
Attaching your baby to the breast - Global Health Media









